Schriftzug Werne
wappen
R S S - N E W S
Aktuelle News aus Werne jetzt als RSS-Feed auf ihr Handy oder Tablet...

Aktueller RSS-Feed
V E R A N S T A L T U N G E N
I N F O S
Neubaupläne für die Wiehagenschule überarbeitet >
< Uniferm-Logistikzentrum nimmt inzwischen Formen an
15.06.2016 19:04 Alter: 1 year

Solebad-Neubau in jeder Hinsicht "im Plan"


Das Architekturbüro Geising + Böker hat neue Skizzen vom Solebad vorgelegt. Hier ist der Grundriss mit Dach zu sehen. Gravierendste Änderung zum bisherigen Entwurf: Familienbad (grün) und Umkleiden (gelb) sind nicht mehr übereinander angeordnet, sondern nebeneinander. Großer Vorteil: Die Solewelt-Gäste erreichen ihren Bereich nun, ohne das Familienbad passieren zu müssen.

WERNE - Aktuell sind Kostenschätzung und Zeitablauf für den geplanten Solebad-Neubau „im Plan“. Gravierende Änderung gegenüber dem Erstentwurf ist die Neuanordnung von Umkleidebereich und Familienbad: Dadurch kann die Solewelt direkt von den Umkleiden aus erreichen werden.

CDU-Ratsherr Michael Zurhorst äußerte seine seine Befürchtung, dass das Projekt mit einer Kosten-Vorgabe von 15 bis 17 Millionen Euro finanziell erneut aus dem Ruder laufen könnte. Schon bei geringeren Beträgen sei das Vorhaben wegen des äußerst geringen Puffers von maximal zwei Prozent so nicht zu realisieren.

Heinrich Brinkhus, Projektverantwortlicher im Architektenbüro Geising + Böker, sowie Daniela Kersting vom Projektsteuerer Constrata gaben sich alle Mühe, die Befürchtungen zu zerstreuen. Man nehme die Obergrenze sehr ernst, lautete die Botschaft. Kersting konstatierte, dass es „keinen Spielraum für zusätzliche Wünsche“ gebe.

Einspar-Potenzial schon benannt

Schon zu Beginn der Sitzung hatte für den Bäderbetrieb der Stadt Dezernent Frank Gründken auf den „sehr hohen Detaillierungsgrad“ der aktuellen Kostenaufstellung hingewiesen. Ihr lägen nicht mehr Kennwerte zugrunde. Vielmehr sei sie „in weiten Teilen bauteilbezogen“. Man habe eine „sehr viel höhere Kostensicherheit als im vorigen Verfahren“.

Hier der Grundriss ohne Dach. Autofahrer erreichen das Bad vom Hagen südlich des Hornebachs (unten), die Anlieferungen zur Gastronomie kommen von der Straße Horneburg (oben), unmittelbar vor dem Haupteingang (rechts) entstehen 100 Abstellplätze für Fahrräder. Im Bereich der Rutsche wird noch ein Nebeneingang für Schulen und Vereine samt Freibad-Schnellzugang für Frühschwimmer geschaffen.

Auf Überraschungen allerdings ist man vorbereitet. Kersting und Gründken benannten so genannte Rückfalloptionen, mit denen etwa durch Aufschub von Investitionen auf Überschreitungen reagiert werden könnte. Als erstes fällt demnach der geplante Kiosk-Bau im Außenbereich weg, zumal es für den Sommer mobile Lösungen geben könne. Ein Verzicht auf den Wasserspielgarten neben dem Kinderplanschbecken draußen brächte 65 000 Euro, sagte Gründken. Seinen Worten nach gebe es zudem Einspar-Potenzial bei den technischen Anlagen. Auf was genau bei Kostenüberschreitung verzichtet werde, sei aber eine politische Entscheidung, betonte Gründken.

Neue Skizzen sowie einen Animationsfilm vom Solebad zeigte am Dienstag Architekt Brinkhus. Änderungen gegenüber dem Erstentwurf seien vor allem aus funktionalen Gründen vorgenommen worden, betonte er. Als Beispiel nannte er den Wegfall eines Schaufensters im Eingangsbereich. Mit der Streichung erübrige sich eine Dekoration; auch gebe es mit Blick auf mögliche Einbrüche mehr Sicherheit.Einige Infos zum überarbeiteten Entwurf

– Frühschwimmer sollen im Sommer über einen Steg direkt ins Freibadgelände gelangen können.
– Das acht Mal 12,50 Meter große und zwei Meter tiefe Multifunktionsbecken im Familienbad erhält einen Hubboden. Der Bereich kann zum Kinderbecken hin abgetrennt werden.
– Das Kinderbecken hat zwei Bereiche mit unterschiedlichen Tiefen: 10 bis 20 und 35 bis 40 Zentimeter.
– Für Eltern, die mit ihren Kindern das Familienbad besuchen, soll es einen Kaffeeautomaten oder ähnliches geben. Die Gastronomie im Bad-Komplex kann allein von der Solewelt und vom Eingangsbereich aus betreten werden.

Blick ins Hallenbad mit dem 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen. Die drei Meter hohe Sprung-Plattform (hinten) erhält entgegen der ersten Planung eine aus Beton gefertigte Treppe.

– Im Hallenbad (fünf Bahnen; 25 Meter lang) gibt’s einen Teil-Hubboden. Das Becken ist vier Meter tief, bis zur Decke sind’s 6,25 Meter. 
– Rutsche und Sprungplattform im Hallenbad sind separat zu erreichen – die drei Meter hohe Plattform über eine Betontreppe samt Handlauf. Auf eine gemeinsame Zuwegung wurde verzichtet, weil die Aufsicht so leichter ist. 
– In einem der drei Solebecken stehen drei 25-Meter-Bahnen zur Verfügung, in anderen etwa Nackenschwall, Massageduschen, Bodenbrodler und Sprudelliegen. 
– Beim bestehenden 50-Meter-Freiluft-Becken werden die Beckenköpfe kontrolliert und eventuell erneuert. 
– Im Solewelt-Ruhebereich gibt’s zehn Wasserbetten.
– Sauna und Dampfbad dürfen nur in Badekleidung betreten werden.

Fünf Phasen bis zur Eröffnung

Daniela Kersting vom Projektsteuerer Constrata skizzierte in der Sitzung des Badausschusses am Dienstag fünf Phasen bis zur Eröffnung des neuen Solebades Anfang 2019. Nach Auswahl des Architektenbüros und des Fachplaners für die „Technische Gebäudeausrüstung“ befinde man sich derzeit am Ende der zweiten Phase, der Vorplanung, die mit der Kostenschätzung abschließe. Diese basiere bereits auf konkreten Zahlen etwa zur statischen Dimension.

Der nächste Schritt ist demnach die weitere Entwurfplanung, bei der auch Sonderplaner zum Beispiel für die Bereiche Akustik und Wärmeschutz einbezogen würden. In der vierten Phase komme es zur Ausschreibung und zur Vergabe der Bauarbeiten. Zeitnah können dann mit dem Bau begonnen werden. Kersting zeigte sich optimistisch, dass schon Anfang 2017 der Startschuss für die Errichtung des Gebäudes fallen kann. Der Bauantrag werde „definitiv in diesem Jahr“ gestellt, sagte sie. Bei zweijähriger Bauzeit könne das Bad dann wie vorgesehen Anfang 2019 eröffnen.

Heinrich Brinkhus, Projektverantwortlicher im Architektenbüro Geising + Böker, erhielt nach Vorstellung des überarbeiteten Bad-Entwurfs uneingeschränkt Applaus. Auch in den Redebeiträgen der Ausschuss-Mitglieder klang Anerkennung durch; überschwänglich Freude wollte aber nicht aufkommen. Die Äußerungen reichten von „ganz ordentlich“ bis „außergewöhnlich gut“.

Das Tarifsystem

Was das neue Solebad kosten soll und darf, ist bekannt: höchstens 17 Millionen Euro. Was die Gäste künftig an Eintritt für die Einrichtung zahlen, bleibt allerdings noch zu klären. Laut Badleiter Jürgen Thöne steht derzeit nur fest, dass dank zentralem Drehkreuz und computerunterstütztem Kassensystem „jedes Tarifsystem möglich“ ist. Eine Staffelung der Preise könne sich an der Nutzung der einzelnen Bereiche orientieren und auch an der Dauer des Aufenthalts.

Beabsichtigt sei, dass der Besuch der Solewelt das Familiebad inkludiert, es für das Familienbad eigene, preisgünstigere Tickets geben soll. Im Sommer soll der Außenbereich mit 50-Meter-Wasserfläche und Kinder-Planschbecken von allen Gästen mitgenutzt werden können; eigene Freibad-Tarife sind laut Thöne aktuell nicht geplant. Die Staffelung nach Zeit ermögliche es, Schwimmern ein attraktives Angebot zu machen, die am Morgen oder in ihrer Mittagspause einfach nur für eine Stunde Bahnen ziehen möchten. Im alten Solebad hatten sie ein ganzes Tages-Ticket lösen müssen.

Weitere Informationen zum Solebad-Neubau gibt es unter www.natur-solebad-werne.de.

Mit Material des Westfälischen Anzeiger


Ihr Standort:   Start