Die Chronik die zum 50-jährigen Bestehen des Schützenvereins Baaken im Jahre 1987 erschien ist, im Wort und Bild zusammengestellt von Franz Küper, wird hier im Internet nur im Originaltextwortlaut wiedergegeben. Ich denke der Text ohne Bilder gibt die Geschichte von 50 Jahre Baaken in eindrucksvoller Weise wieder.

 

Nachbarschaft im Wandel von 50 Jahren

Chronik des Schützenvereins Baaken Werne e.V.

Zusammengestellt von Franz Küper

Grußwort des Vorsitzenden Franz Küper

Hallo Nachbarn
herzlich willkommen im schönen Baakenland!
Aus Anlaß unseres 50-jähringen Vereinsjubiläums gilt allen Bewohnern des westlichen Werne ein besonderer Gruß. Unser herzliches Willkommen begleiten wir mit dem Versuch, Ihnen die engere Heimat näher zu bringen. wir bemühen uns, auf den folgenden Seiten etwas über die Entwicklung unserer Nachbarschaft und das Leben in Ihr zu erzählen.
Wenn Sie persönlich ihre Nachbarschaft anders erleben, so nehmen Sie unsere Erzählung als Anregung, Ihre eingenen Erlebnisse und Bilder festzuhalten und dieser Chronik beizufügen. Sie haben dann ein ganz persönliches Nachschlagewerk, das auch Ihren Nachkommen Freude bereiten wird.
Wir Baakenschützen freuen uns, daß wir in dieser Nachbarschaft leben dürfen.Darum bedanken wir uns bei all unseren Freunden und Gönnern, die bei der Gestaltung und Finazierung dieser Cronik mitgeholfen haben.
Unser ganz besonderer Dank gilt aber all unseren Mitbürgern, die uns diese Nachbarschaft erst ermöglichen.

Ihr
Franz Küper

Grußwort des Bürgermeisters Willi Lülf

Der Schützenverein Baaken kann in diesem Jahr auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Die aus diesem Anlaß erstellte Chronik gibt nicht nur 50 Jahre aktive Vereinsarbeit sondern auch die Entwicklung der Nachbarschaft Baaken in anschaulicher Weise wieder.
Gerade in einer historisch gewachsenen Stadt wie Werne kommt sowohl den Nachbarschaften als auch den Schützenvereinen als wesentliche Träger der Heimatpflege große Bedeutung zu. Es ist erfreulich, wenn bei einem solchen Jubiläum dieser Zusammenhang nicht nur gesehen, sondern auch klar erkannt wird. Dafür gebührt den Verantwortlichen aufrichtiger Dank.
Als Bürgermeister der Stadt Werne, aber auch als Schirmherr des Jubiläumsschützenfestes, spreche ich allen Beteiligten herzliche Glückwünsche aus. Ich verbinde diese mit dem Wunsch, das Schützenverein Baaken und Nachbarschaft Baaken auch in Zukunft in harmonischem Miteinander zur Gestaltung des heimatlichen Brauchtums beitragen. Mein besonderer Gruß gilt den Aktiven mit ihren Familien und allen Gästen, die den zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des Schüteznfestes beiwohnen.
Dem Jubuläumsschützenfest 1987 wünsche ich einen harmonischen Verlauf und viele Erfolg.

Willi Lülf
Bürgermeister


"Baaken"

eine Flur im westlichen Teil der Stadt Werne, deren Ursprung lange zurückreicht. Als Thingstätte - Versammlungsstätte - gedeutet und durch einen Holzpfahl, vielleicht in besondere form, dem "Baken", gekennzeichnet, In der Feldmark gelegen, wurde sie lange Jahre als Weidegebiet sowie als fruchtbare Vorratskammer für die Versorgung der Ackerbürger der Stadt Werne genützt. Die Besitzverhältnisse wechselten im Laufe der Jahrhunderte u.a. von den früheren Schlossherren auf Cappenberg über noch heute in Werne bekannten Namen wie Beerens, Brückmann, Kirchengemeinde St. Christophorus, Reesmann, Schwenninger, Weiser usw., um nur einige zu nennen, auf die jetzigen Besitzer. Bevor wir die weitere Entwicklung des "Baaken" und der von Ihm ausgehenden Besiedlung unserer Nachbarschaft beschreiben, wollen wir uns auf unsere Heimatstadt Werne besinnen.

Werne ..... IN VILLA QUARE DICITUS WERENIA Es war ein langer Weg durch lebendige, stolze wie leidvolle Geschichte bis zum heutigen Werne mit rd. 29800 Einwohnern auf 7575 ha Fläche im Kreis Unna an der Nahtstelle zwischen der münsterländischen Parklandschaft und der Industrieregion des Ruhrgebiets.

Um 800

Der Bischof von Münster, Ludger, baut eine Kapelle in Werne und gründet die erste Pfarrgemeinde.

834

Werne wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt.

9.-12. Jh.

Um die auf dem bischhöflichen Haupthof gelegene Kirche siedeln sich Gewerbetreibende an. So entsteht im laufe der Zeit innerhalb der Bauernschaft Werne das Weichbild Werne.

1139

Kirche und Pfarre von Werne gehören nun dem neugeründeten Kloster Cappenberg. Werne erhält eine steinerne Kirche im romanischen Stil.

1362

Werne erhält durch seinen Landesherren, Bischof Adolf von Münster, die Bestätigung, auf Simon-Juda einen freien Markt abzuhalten.

1385

Werne erhält das Wigboldrecht. (minderes Stadtrecht)

1446

Erste Vereinigung der landesfähigen Städte im Oberstift Münster, daruter auch Werne.

1512

Beginn des Rathausbaues; endgültige Fertigstellung 1561.

1602

Werne erhält das Münzrecht.

1618

Im dreißigjährigen Krieg bis 1648 wird Werne mehrmals besetzt, gebrandschatzt und geplündert.

1636

Die Pest hält große Ernte. Sie fordert bis 1637 von 1000 Einwohnern 313 Tote.

1659

Die Kapuziener ziehen in Werne ein. Klosterbau 1671 - 1673 Kirchbau 1677 - 1681.

1803

Das Oberstift Münster wird aufgelöst. Werne wird preußisch.

1836

Werne bekommt eine Verwaltung nach der revidierten Preußischen Städteordnung von 1831. Gleichzeitig wird aus den Gemeinden Werne-Land, Stockum, Capelle u. Herbern das neue Amt Werne.

1850

Werne zählt 1820 Einwohner.

189

Beginn der Industrialisierung. Gründung der Zeche Werne.

1900

Beginn der Einzelbebauung im Baaken, Lindert, Haferfeld und Bellingheide.

1911

Die Straßenbahn Unna - Kamen - Werne nimmt den Fahrbetrieb auf, Vorarbeiten zum Bau der Eisenbahnlinie Münster - Dortmund beginnen.

1914 - 1918

Im Krieg sind 278 Werner Bürger gefallen. Abbindung des Brinkhofs als Hauptverkehrsweg von der Altstadt zum Werner Westen. Selmer Straße wird ausgebaut.

1922

Auflösung des Amtes Werne. Die Landesgemeinde Werne wird mit der Stadt Werne vereinigt. Stockum wird dem Amt Herbern und Capelle dem Amt Nordkirchen eingeliedert. Rege Bautätigkeit an Selmer- und Schillerstraße. Die ersten Eigenheime für Bergarbeiter werden bezogen. Werne hat rd. 12000 Einwohner.

1928

Eröffung der Eisenbahnlinie Münster - Dortmund. Handwerksbetriebe und Kleingewerbetreibende siedeln sich im Baaken an.

1938

Kohlebohrungen in Langern. Bauernschaft Ehringhausen wird 700 Jahre alt. Die alten Baakenländer feiern ihr erstes Gänseköppen. Die Baakensiedlung wird gebaut.

1939

Der zweite Weltkrieg beginnt. Das Warmquellen-Sole-Freibad wird großzügig erweitert. Erste Baakensiedler stellen ihre Häuser fertig und ziehen ein.

1945

Deutschland kapituliert bediengungslos. 471 Werner Bürger sind gefallen. fast 500 vermißt. 4000 Heimatvertriebene und Flüchtlinge finden in Werne eine neue Heimat.

1950

Werne hat rd.m18000 Einwohner. Gründung des Kirchbauvereins für die neue kath. Pfarre im Werner Westen.

1951

Erster Spatenstich und Grundsteinlegung für ein neues Gotteshaus im Baaken.

1953

1150 Jahre St. Christophorus in Werne. Kirche "Maria Frieden" wird eingeweiht.

1955

Arnsteiner Patres lassen sich in Werne nieder und begründen das erste Gymnasium in Werne. Im Lindert werden die Gebäude zur Aufnahme des Klosters, Gymnasiums und des Internats gebaut.

1956

Verschmelzung der beiden Nachbargemeinschaften "Baaken-Dreieck" und "Baaken-Siedlung" zur Schützengemeinschaft Baaken-Werne. Errichtung der Kolpingsiedlung Ecke Selmer Straße/Ovelgönne.

1957

Erstes gemeinsames Schützenfest im Baaken.

1960

Werne hat rd. 20000 Einwohner.

1963

Schützenverein Baaken feiert sein 25-jähriges Jubiläum.

1974

Eintragung in das Vereinsregister. Neubau des Christophorus-Krankenhauses im Lindert wird eingeweiht.

1975

Schließung der Zeche Werne, die vor Beginn der Kohlekrise 4000 Arbeitsplätze, zuletzt 2000 Arbeitsplätze hatte.

1975

Komunale Neugliederung, Stockum wird Werne eingegliedert. Werne wird dem Kreis Unna und dem Regierungsbezirk Arnsberg zugeordnet. Einwohnerzahl erhöht sich um rd. 4000 Stockummer Neubürger auf 25500.

1977

Schützenverein Baaken Werne wird 40 Jahre alt. Vogelschießanlage im Stadtwald wird eingeweiht.

1985

Werne hat 29551 Einwohner, davon wohnen 1195 in unserer Nachbarschaft.

1986

Nach intensiven Bemühungen der Sportfreunde '67 wird der neue Hartplatz Lindert eingeweiht. Die Baakenschützen warten weiter auf ein geeignetes Festgelände . Gemeinschaftsplatz für alle Vereine im Werner Westen.

1987

Die Baakenschützen nehmen an dem ersten Hobby-Fußballer durchgeführten Hallenturnier der Sportfreunde '67 teil.

1987

625 Jahre Simon-Jud-Markt in Werne

1987

Der Schützenverein Baaken Werne e.V. veranstaltet sein 50-jähriges Bestehen.

Als lebendiges Gemeinwesen wächst Werne weiter. Rat und Verwaltung sind ständig bemüht, Werne zum Wohle seiner Bürger weiterzuentwickeln.
Auch in den Außenbereichen wächst die Stadt und verändert ihr Gesicht.
Uns interessiert hier besonders das Wachsen und Gedeihen unserer Nachbarschaft.
Ein Wahrzeichen des "Baaken" und ganz sicher das älteste Bauwerk ist Bergmann's Mühle auf dem Windmühlenberg. Darum haben nicht von ungefähr die Baakenschützen die Windmühle zu ihrem Vereins-Wappen erhoben.
1709 ist die stolze Jahreszahl, die auf die Errichtung des jetzigen Mühlenturmes hinweist, der seit fast 300 Jahren allen Stürmen der Zeit trotzt.
Die Geschichte der Mühle geht noch weiter zurück.
Schon 1630 wurde im Baaken eine Mühle errichtet, die jedoch nicht lange bestehen bleiben sollte.
Die Herren von Cappenberg, die bereits seit 1122 im Besitz der Gedembergmühle an der Lippe waren und die in Werne die alleinige Mahlgerechtigkeit besaßen, pochten auf ihre alten Rechte und machten der Stadt die Mahlgerechtigkeit streitig. Es kam sogar soweit, daß bei Nacht und Nebel bewaffnete Mannschaften von Cappenberg herübergeschickt wurden, die die Mühle weitgehend zerstörten.
Langwierige Verhandlungen beim Reichskammergericht führten dazu, daß die Mühle 1697 an das Kloster Cappenberg verkauft wurde.
Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangte sie dann in neuerer zeit in den Besitz der Familie Bergmann, der sie heute noch gehört.
Waren die Baaken in seiner Geschichte immer ländlich geprägt, so änderte sich sein Gesicht mit der Gründung der Zeche Werne im Jahre 1899 und dem Beginn der Industrialisierung um die Jahrhundertwende. Der Baaken wurde immer mehr als Siedlungsraum entdeckt und vornehmlich für bodenständige Bergarbeiter erschlossen.
Die Errichtung der Eisenbahnlinie Münster - Dortmund war ebenfalls für den Baaken von einschneidender Bedeutung.
Führte die Erschließung unseres Lebensraumes ursprünglich über die Burgstraße, dem Brinkhof, an der Windmühle vorbei zur Selmer Landstraße, so wurde diese Verbindung jäh abgeschnitten. Selmer Straße und Ovelgönne erhielten durch ihre Bahnunterführungen eine größere Bedeutung, wobei die Ovelgönne im Zuge der Verkehrserschließung des Gewerbegebietes Wahrbrink als Stadtumgehung ausgebaut ist.
Bergbau und Verkehrserschließung durch die Eisenbahnlinie waren in den 20er Jahren bedeutsame Entwicklungen für unsere Stadt, aber auch für unsere Nachbarschaft.
Die Besiedlung des westlichen Werne zwischen dem Stadtkern und der Bauernschaften Varnhövel-Ehringhausen, zunächst in den Bereichen Baaken - Lindert - Haferfeld - Bellingheide nur zögernd begonnen, wurde immer intensiver.
Siedlungsgesellschaften entdeckten ihre besondere Liebe zu unserer Stadt und boten in unserer Nachbarschaft den bodenständigen Bergarbeitern, aber auch den Kriegsbeschädigten, den kinderreichen und jungen Familien Wohnraum zum Eigenerwerb an. Die erste geschlossene Bebauung in unserem Raum finden wir im Dreieck von Selmer- u. Schillerstraße. Zu den ersten Interessenten gehören Franz Günnewig, Schillerstraße 3 und Gustav Anlauf, Selmer Straße 77.

Dreieck - Baaken

Die ersten Anfänge ... 1938 sind nur noch aus der Erinnerung nachvollziehbar. Protokolle oder sonstige Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg liegen nicht vor.

Wir versuchen darum, aus den Erinnerungen des damaligen ersten Vorsitzenden Fritz Weckermann die Anfänge zu schildern.

Im Sommer 1938 trafen sich die "alten Baakenländer" auf dem Hofe Weckermann, um über ein Gänseköppen zu beraten. Schnell war man sich einige. Fritz Weckermann wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er übernahm die Konzession für das Fest und auch die Organisation.
Das erste Festzelt, zu dem Bauunternehmer Steinweg das Material lieferte, stand auf dem Gelände von Weckermann. Bierlieferant war Wilhelm Weckermann von der Lünener Straße. Es kostete damals 30 Pf. je Flasche und wurde ohne Aufschlag an die Nachbarschaft weitergegeben.
Anton Bereszynski spielte auf dem Harmonium und sorgte für flotte Musik. Der erste König war sein Bruder Alfred. Er wählte Änne Heidemann zu seiner Königin.

Fritz Weckermann schwärmt in seinen Erinnerungen von der sprichwörtlichen guten Nachbarschaft und von der ausgezeichneten Stimmung, die dazu führte, daß für 1939 ein weiteres Gänseköppen bereits beschlossen war.

...1939 wurde also das zweite Gänseköppen im "Baaken" gefeiert. Wieder war Fritz Weckermann Vorsitzender, Konzessionär und Organisator. König wurde Hermann Steinweg; Königin Änne Bergmann. Nach den Erinnerungen von Fritz Weckermann dauerten auch in diesem Jahr die Festlichkeiten mehrere Wochen. Er schreibt:

Solange noch Bier in Weckermann's Keller war, ließen die Festlichkeiten nicht nach. Es war einfach herrlich, unter Nachbarn zu feiern.

Festzuhalten ist hier, daß schon ein eigener Spielmannszug die Marschmusik gestaltete.

In den Jahren 1939 - 1945 mußte der Reigen der Schützenfeste unterbrochen werden. - Der zweite Weltkrieg forderte auch vom Baaken seine Opfer. Viele Männer wurden eingezogen, Ihre Arbeit wurde wie selbstverständlich von den Frauen übernommen. Wenn wir auch in Werne weitgehend von den Kriegseinwirkungen verschont blieben, so hatten doch viele Familien ihr persönliches Leid zu tragen. Väter und Söhne waren gefallen, in der Gefangenschaft vermißt oder gestorben. Ja, selbst junge Burschen von 16 - 17 Jahren, Kinder fast, wurden an die Front geschickt und kamen nicht wieder.Doch auch in dieser Zeit hielten die Nachbarn zusammen. Es wurden Liebesgaben für die Frontsoldaten zusammengestellt. Selbstgestricktes und Selbstgebackenes wurde in Feldpostpäckchen besonders zu Weihnachten an die Front geschickt. - Wie gut, daß viele Baakenländer "Selbstversorger" waren und auch schon mal ein "Schwarzes" d'ran glauben mußte.
Besondere Verdienste um die Liebesgaben haben sich die Frauen Anna Koch, Trautchen Leistner, Josefine Hesse und Lieschen Weckermann erworben.

Baakensiedlung

1938 - die "alten Baakenländer" hatten gerade ihr erstes Gänseköppen vorbereitet, da meldet sich eine weitere Siedlungsgesellschaft. Die Westfälische Heimstätten GmbH, Provinzielle Treuhandstelle für Wohnungs- und Kleinsiedlungswesen, Dortmund, heute als Landesentwicklungs- gesellschaft besser bekannt, bot interessierten kinderreichen Familien die Möglichkeit, eigene Siedelerstellen zu erwerben.

Loni Hesener, die seinerzeit in Vertretung ihres Mannes Heinrich an der ersten Versammlung im "Burghof" teilnahm, erinnert sich noch genau. "Als Jungvermählte" konnte ich leider noch keinen Kinderreichtum nachweisen. Wir wollten aber unbedingt eine Siedlerstelle im Baaken erwerben. Mit wohlwollender Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Kraus gelang es die Vertreter der Siedlungsgesellschaft umzustimmen und eine Sondergenehmigung zu erzielen.

Schon bald konnten die Baustellen eingerichtet und die Häuser nach den Plänen der Architekten Wenning & Wehmeyer, Werne, errichtet werden. Trotz des im September 1939 beginnenden Krieges gingen die Arbeiten zügig voran und Heinrich Hesener weiß zu berichten, daß sein Nachbar Anton Voß bereits am 1. Oktober 1939 einziehen konnte. Er selbst folgte als dritter Mieter nach Heinrich Weuler am 17. November 1939.

Die Baakensiedler erkannten schon bald, daß sie Ihre weiteren Ziele nur erreichen konnten, wenn sie sich gemeinsam dem Deutschen Siedlerbund anschließen würden. Ihren aktivsten Repräsentanten hatten sie in ihren Vorsitzenden; bis 1957 Siedler Heinrich Jäger, dem Franz Trottenberg jun. nachfolgte. Nach dessen Tod im Jahre 1977 wurde Bernhard Kerkhoff zum Vorsitzenden gewählt. Er leitet seitdem die Geschicke der Baakensiedler mit Umsicht und Tatkraft zum Wohle der ganzen Gemeinschaft.

Wir finden auch hier das Prinzip der Pachtgrundstücke, die erst nach Ablauf einer bestimmten Frist in das Eigentum der Siedler übergehen.
Große Verdienste um den Umweltschutz erwerben sich die Baakensiedler Jahr für Jahr. Ihre Gärten und Vorgärten stellen sie immer wieder im Wettbewerb mit anderen Siedlungen im Deutschen Siedlerbund. Zahlreiche Ehrungen und Urkunden zeugen von der Leistungsfähigkeit auch auf Landesebene.

Wer heute durch die schmucken Straßen geht, erkennt die alten Siedlerstellen kaum wieder. Aus einfachen aber zweckmäßigen Häuschen sind ansprechende Wohnhäuser geworden, die auf einen allgemeinen Wohlstand hindeuten und vergessen lassen, daß die ersten Siedler bei Petroleumlicht eingezogen sind und Ihr Wasser noch von der Pumpe im Brückmann's Wiese holen mußten.

DerZweite Weltkrieg mit all seinen Schrecken war endlich vorbei. Das Leben normalisierte sich. Männer und Frauen, alt und jung, gingen wieder regelmäßig ihrer Arbeit nach. Aber auch die heitere Seite des Lebens kam zu ihrem Recht. Wenn auch die Freizügigkeit durch die von der Besatzungsmacht Großbritannien verhängte Sperrstunde eingeengt wurde, so traf man sich doch zu kleineren Scheunen- oder Tennenfesten. Dort ging es dann lustig zu, oft bis in die Sperrstunde hinein.

1947 war es dann endlich wieder soweit. Die Baakensiedler luden zu ihrem ersten Gänseköppen. In der Erinnerung schwärmen die alten Siedler von diesem ersten Fest in der Werkstatt von Anton Voß. König wurde Heinrich Leipzig, seine Königin Adelheid Kohlen.

Zwei Jahre später gab es im "Baaken" zwei Königspaare. Die Siedler feierten wieder bei Anton Voß. Franz Wenge wurde König. Er erkor sich Hedwig Klaas zu seiner Königin. Auch im Dreieck Baaken besann man sich auf die vor dem Kriege begonnene Tradition. Bauunternehmer Hermann Steinweg stellte seinen Lagerschuppen zur Verfügung. Die Tanzfläche war auf dem Hof und die alten Baakenländer feierten mit Ihrem Königspaar Hermann Küpper und Änne Overmann ein herrliches Fest bei Balkenbrand und Dünnbier.

1949 hatte die Schützengemeinschaft schon wieder eine stattliche Stärke. So feierten die Nachbarn in den nächsten Jahren in unregelmäßiger Folge. Hier die "alten Baakenländer" - dort die "Baaken-Siedler". Erst 1954 entwickelte sich aus den bisherigen Siedlerfesten mit "Gänseköppen" in der Baaken-Siedlung ein Schützenverein. Bis zu diesem Zeitpunkt war in der Baaken-Siedlung der Spielmannszug "Grün-Weiß" Werne der Initiator der Siedlerfeste.

Aus dem Festausschuß des Gänseköppen vom 24. und 25. Juli 1954 entwickelte sich am 15. August 1954 die Schützengemeinschaft "Baaken-Siedlung" Werne an der Lippe. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Schöpper. Wie es für gute Nachbarn selbstverständlich ist, luden die sich gegenseitig zu Ihren Festen ein.
Beide Gemeinschaften begründeten schon damals die heute noch gepflegte gegenseitigen guten Beziehungen zum Schützenverein Varnhövel-Ehringhausen, der seinerzeit schon auf sein 60-jähriges Bestehen zurückblicken konnten, wozu beide Vereine eingeladen waren. König der Baaken - Siedlung war 1954 Ferdinand Ludwig; seine Königin Elisabeth Lünnebrink.

Inzwischen hatte sich das Gesicht des "Baaken" weiter verändert. Die wachsende Einwohnerzahl nach dem zweiten Weltkrieg, bedingt durch den Zustrom von Ostvertriebenen, ließen den Ruf nach einer dritten kath. Pfarrgemeine immer lauter werden. Die bereits vor dem Kriege gegründete Pfarre St. Konrad hatte im Evenkamp in einer Baracke des ehemaligen Gefangenenlagers Ihren Gottesdienst mit Pfarrer Wiese aufgenommen. Die Gründung des Kirchbauvereins für ein weiteres Gotteshaus in Werne wurde am 19. November 1950 vom Pfarrer der St. Christophorus- Gemeinde, Dechant Aschoff, ins Leben gerufen.
Seine Aufgabe war es, die Vorarbeiten zur Gründung einer neuen Pfarre zu leisten. Gelder zu Errichtung eines Gotteshausen zu beschafften und zu sichern.
Da das neue Gotteshaus im Werner Westen errichtet werden sollte, entbrannte schon bald ein leidenschaftlicher Meinungsstreit um den Standort. Bischof Michael Keller entschied bei einem Besuch im Juni 1951, daß ein neues Gotteshaus im "Baaken", in der Nähe des Windmühlenberges errichtet werden sollte. Dort stand ausreichend kirchliches Baugelände zur Verfügung, so daß die Planungen in Angriff genommen und die Bauarbeiten zügig begonnen werden konnten.

Die Chronik der Pfarre nennt als Datum des ersten Spatenstichs den 19. September 1951. Die Grundsteinlegung wurde in einem feierlichen Akt am 21. Oktober 1951 vollzogen. Hierzu war der aus Werne gebbürtige Weihbischof Roleff eigens in seine Heimatstadt gekommen. Er ließ es sich auch nicht nehmen, am 1. Mai 1953 die Einweihung der Kirche zu vollziehen. Bis zur Ernennung eines eigenen Pfarrers wurde die Gemeinde von der Mutterpfarrei seelsorglich betreut. Kaplan Franz Kalfhues nahm seine Aufgabe sehr ernst. Er war rund um die Uhr bemüht, die neuen Pfarrmitglieder zu motivieren und für die neue Gemeinde zu gewinnen. Darum waren viele Pfarrmitglieder enttäuscht, als zum 1. September 1954 mit der Erhebung des neuen Seelsorgebezirks zu einem Rektorat Kaplan Heinrich Wessel, erster Pfarrer in "Maria-Frieden" wurde. Doch auch Pfarrer Wessel fand schnell Kontakt zu seiner neuen Gemeinde. Er wurde allseits geachtet und bis zu seinem Tode hochgeehrt.
Im September 1970 übernahmen die Arnsteiner Patres die Betreuung der Pfarre.Pater Felix Funke war der erste Pfarrer aus dieser Ordensgemeinschaft,die schon das Gymnasium St. Christophorus in den "Baaken" gebracht hatte. Ihm folgte im September 1974 Pater Josef Teipel. Auffallend ist, daß der September für die Pfarre von besonderer Bedeutung ist, die zurzeit ca. 3000 Seelen zählt.
Zu den besonderen Angeboten der Pfarre gehören eine gut frequentierte Pfarr- und Jugendbücherei. Sie besteht seit 30 Jahren. Der Kindergarten bietet bereits seit 1958 Kindern im Vorschulalter eine gute Vorbereitung. 1965 war aufgrund der regen Nachfrage eine Erweiterung erforderlich.
Fünf Bronzeglocken gehören zum Geläut des Gotteshauses. Wenn sie auch den einen oder anderen Nachbarn stören, so ist es doch immer wieder ein musikalischer Genuß, das Gesamtgeläut zu den höheren Festtagen im Kirchenjahr zu hören.
Das 1984 errichtete Pfarrheim ist ein weiteres Angebot, zwischenmenschliche Beziehungen in unserer Nachbarschaft zu pflegen, wobei nicht nur die kath. Christen zu den Zusammenkünften geladen sind.

Eine besondere Bereicherung erfuhr unsere Nachbarschaft durch die Niederlassung der "Arnsteiner Patres", war doch dieses Ereignis mit der Gründung des ersten Gymnasiums in Werne verbunden. Das Gymnasium das den heiligen Christophorus geweiht und 1982 in die Trägerschaft des Bistums Münster übergegangen ist, erfreute sich seit seiner Gründung im Jahre 1955 eines hohen Ansehens. In der Chronik aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens des Gymnasiums fanden wir zur Geschichte der Anstalt nachstehenden Text, den wir für das Gymnasium - aber auch für die Arnsteiner Patres sprechen lassen wollen..

"Im Jahre 1122 gründeten die Grafen von Cappenberg, Gottfried und Otto, das erste Prämonstratenserkloster auf deutschen Boden. Sie stammen aus dem Elsaß und überführten ihren großen westfälischen Besitz in das Eigentum dieses Klosterns, daß über 700 Jahre bis zur Säkularisation 1802 bestand. Aus diesem Grundbesitz erwarben 1955 die Arnsteiner Patres eine Feldflur mit dem Namen "Lindert", womit man in früheren Jahrhunderten eine linde, milde und freundliche Flur bezeichnete, die rings um Heideland umgeben war. Auf diesem Grund und entstanden die umfangreichen Anlagen von Kloster und Schule mit den Internaten. Man kann schon von einer Duplizität sprechen; denn schon 1919 übernahmen die Patres von den heiligen Herzen das 1139 von Graf Ludwig III. aus seinem Burgbesitz gegründete Prämonstratenserkloster Arnstein. Es wurde fast unter den selben Bedingungen wie Cappenberg gegründet und erlitt 1802 das gleiche Schicksal der gewaltsamen Auflösung. Nach der mächtigen Gottesburg wird auch die deutsche Ordenprovinz der Ordensgemeinschaft von den heiligsten Herzen Jesu und Mariä "Arnsteiner Patres" genannt. In zwei wichtigen Strahlungspunkten frühmittelalterlicher Klosterkulturen wurden die Lichter entzündet. Es wurde dort angeknüpft, wo die Tradition so jäh abbrach. So sind Cappenberg und Arnstein im Geiste verwandt durch das Band, das alte deutsche Geschichte kulturellen Lebens einst knüpfte. W.W."

Die Wohnbebauung ging ebenfalls weiter. Besonders zu erwähnen ist das dritte in sich geschlossenen Bauobjekt, die "Kolpingsiedlung". Der Zeitungschronist weiß unter dem 22. September 1956 folgendes zu berichten:

"Elf Eigenheime im Dreieck Selmer Straße - Ovelgönne. - Baubeginn nach erheblichen Schwierigkeiten - Katholische Kirchengemeinde stellte Grundstücke zur Verfügung." Bereits 1951 wurde vom derzeitigen Senior der Kolpingsfamilie, Erich Neuhoff, unterstützt von mehreren Kolpingsbrüdern, der erste Ansatz zur Erstellung einer Siedlung unternommen.Die eingeleiteten Verhandlungen mit dem Gemeinnützigen Bauverein Werne scheiterten jedoch an dem Unvermögen der Beschaffung von Arbeitgeberdarlehen. Ein zweiter Vorstoß wurde 1953 von der gleichen Interessensgemeinschaft unternommen. Er fand wohlwollende Unterstützung beim hochw. Dechant Aschoff, der seinerseits die Bauinteressentengemeinschaft zur weiteren Fühlungsnahme an den Kirchenvorstand verwies.Erhebliche Schwierigkeiten bei der Grundstücksbeschaffung sowie der Baufinanzierung waren zu überwinden, bevor die Bauarbeiten begonnen und zum Abschluß gebracht werden konnten. Als Träger wurde die Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft eingeschaltet, so daß die o.g. Schwierigkeiten in gemeinsamer Anstrengung gemeistert werden konnten.


Der Zusammenschluß

Gemeinsam geht es besser, gemeinsam haben wir mehr Einfluß - diese oder ähnliche Gedanken müssen wohl die Vorstände der beiden Nachbarschaften im "Baaken" gehabt haben, als sie sich zu einem ersten offiziellen Gespräch am 5.Mai 1956 im Lokal Knarse trafen. Daß diese Gespräche zu einer baldigen Verschmelzung führte, wurde bereits am 24. Juni 1956 sichtbar, eine Satzung wurde aufgestellt und in der Mitgliederversammlung am 24. Juni 1956 einstimmig angenommen.
Wilhelm Schöpper, Vorsitzender der Schützengemeinschaft Baaken - Siedlung wurde erster Vorsitzender der neuen Schützengemeinschaft Baaken Werne an der Lippe. In der Vorstandssitzung vom 21. Oktober 1956 wurde der eingeschlagene Weg bestätigt und das erste gemeinsame Schützenfest geplant.
Die neuen Ziele wurden von der Mitgliederversammlung am 2. Dezember 1956 angenommen, so das ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte des Schützenvereins Baaken abgeschlossen werden konnte.
§6 der neuen Satzung schrieb vor, alle zwei Jahre ein Schützenfest zu feiern und zur Ermittlung des Königs ein Vogelschießen durchzuführen.
Man nahm Abschied von dem einst, so geliebten Gänseköppen.
Schützenbruder Bernhard Weckermann erklärte sich bereit, zu den Schützenfesten den erforderlichen Holzvogel zu fertigen. Bis zu seinem Tode im Januar 1987 blieb er seinem Versprechen treu.

Hochstimmung im Baakenland - Feldmarschall wurde König

Das erste gemeinsame Schützenfest im Mai 1957 mußte ein voller Erfolg gewesen sein. König wurde Josef Thöne. Er hatte mit dem 172. Schuß den Vogel von der Stange geholt. Zu seiner Königin erkor er sich Anna Schöpper die Frau des 1. Vorsitzenden. Der neuernannte General Josef Grotefels hatte eine besondere Vorliebe für gepflegte Kaltblüter. Er ließ es sich darum nicht nehmen, zu den Schützenfesten seinem geliebten Hobby nachzugehen und das Baaken- Bataillon hoch zu Roß anzuführen.
1959 hatte sich die hoffungsfrohe Erwartungsnervosität eines neuen Anfangs gelegt. Die Schützen waren weiterhin dabei, ihre Gemeinsamkeiten zu pflegen. Sie fanden auch in diesem Jahr die Entscheidung von 1956 bestätigt.
Das Schützenfest kann als äußerst gut gelungen bezeichnet werden. In dem Königspaar Bernhard Overmann und Maria Schwert fanden die Baakenschützen große Förderer ihres weiteren gemeinsamen Weges.
1961 war für den Verein ein schweres Jahr. Ein Schützenfest war für die Zeit vom 19 - 21. August geplant und der erste Vorsitzende Wilhelm Schöpper schwer erkrankt. Fritz Weckermann mußte als Stellvertreter immer mehr die Vorstandsgeschäfte verantwortlich übernehmen und die Fest-Vorbereitungen weiterführen. Dank der tatkräftigen Unterstützung aller Vorstandsmitglieder und Offiziere gelang es, das Schützenfest bestens zu organisieren und abzuwickeln. Franz Trottenberg wurde König; seine Königin war Irene Weckermann.
Nach dem Tode von Wilhelm Schöpper besannen sich die Schützen auf die ausgezeichnete Arbeit Ihres "Vize" und es war selbstverständlich, daß sie am 14. Januar 1962 nur Fritz Weckermann zum Nachfolger in das Amtdes Vorsitzenden wählen konnten.
1963 konnte das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert werden. Aus diesem Anlaß schenkte sich der Verein eine neue Fahne mit der "Windmühle".

Die Vorbereitungen zum 25-jährigen Jubiläum wurden mit einem schönen Fest belohnt. Fritz Weckermann schreibt in seinen Erinnerungen, daß 14 Königspaare am Samstag den Festzug begleiteten und der Jubiläumszug am Sonntang von den Nachbarvereinen mitgestaltet wurde. Fahnenabordnungen, Königspaare, Schützen und Spielmannsmusikzüge boten ein farbenfrohes Bild. Jubiläumskönigspaar wurde General Josef Grotefels und Elisabeth Anlauf, die Gattin des damaligen Zahlmeisters Gustav Anlauf.
In den Jahren nach dem Jubiläum zehrte der Verein von seinen Erfolgen. Die Schützenfeste fanden ausgezeichneten Zuspruch. Es ist allgemein anerkannt, daß man im Baaken herrliche Feste feiern kann. Entsprechend gut sind auch die Besucherzahlen.

1967 - In der Regentschaft des Königspaares Anton Klute und Hanni Kohne fällt die Geburtsstunde des Luftgewehrschießens im Schützenverein Baaken. Eine Spende des Königspaares führte zur Anschaffung von Luftgewehren, so daß nach Errichtung einer mobilen Schießanlage auf der Kegelbahn der Baakenschänke das monatliche Schießen durchgeführt werden konnte. Mit wechselnden Erfolgen werden auch Wettbewerbe mit befreundeten Schützenvereinen geführt. Großen Anklang finden die Schießwettbewerbe um Orden und Schützenschnüre sowie das Weihnachts- und Osterschießen. Inzwischen wurde auch in der Waldschänke am Goetheweg eine Schießanlage eröffnet. Dort findet einmal wöchentlich für interessierte Schützen ein Übungsschießen statt.

Zwei neue Matchgewehre gekauft

Grund zum Freuen hatten die Schützen des Schützenvereins Baaken am Sonntagmorgen, dem 9. Januar 1983. Sie konnten das erste Leistungsschießen um die Schützenschnüre mit zwei nagelneuen Gewehren durchführen. Der Verein hatte für seine Schützen tief in die Tasche gegriffen und für ungefähr 800 Mark pro Stück zwei Matchgewehre gekauft.
Wir hoffen, daß durch die neuen Gewehre das Schießen und die Beteiligung noch besser werden, so der Schießwart des Vereins zur Anschaffung der Gewehre. Das erste Schießen zeigte auch schon ein gutes Ergebnis. Erster wurde Genz Köneke mit 99 Ringen, zweiter Ewald Weber mit 97 Ringen. Ebenfalls 97 Ringe schoß Siegbert Völz.

Anwohner kritisieren Klagemauer von Werne

Selbst die kalte Witterung hat die Arbeiten im Baubereich Merianstraße nicht gestoppt. Ein Großteil der 23 Kaufeigenheime, die in der Betreuung des Gemeinnützigen Bauvereins entstehen, ist im Rohbau fertiggestellt. Hier wird Gemeinschaftsarbeit zwischen Handwerkern und Selbsthilfe praktiziert. Die Gebäude wurden winterfest gemacht, so daß jetzt Innenarbeiten durchgeführt werden können. Viele Werner sind der Ansicht, daß dieses Wohnviertel am Windmühlenberg mit den modernen Atriumhäusern einmal zu den schönsten in der Lippestadt zählen wird. Anwohner der Merianstraße sind jedoch teilweise anderer Ansicht. Sie bezeichnen heute schon die fensterlosen Seitenfronten der Häuser an der Merianstraße entlang als "Klagemauer von Werne". Heftig kritisiert wurde in den letzten Wochen auch der schlechte Zustand der Merianstraße der im wesentlichen auf die Benutzung durch Baufahrzeuge zurückzuführen ist. Klage führen die Anwohner auch darüber, daß die Schulbusse gerade durch diese Straße geleitet werden. Fußgänger und Radfahrer bliebe oft bei entgegenkommenden Bussen nichts anderes übrig, als sich durch einen beherzten Sprung in die seitlich aufgeworfenen Bau- und Erdhaufen zu retten.
Auffallend stark ist das Engagement zahlreicher privater Bauherren in unserer Nachbarschaft. Besonderer persönlicher Einsatz und die Bereitschaft vorübergehend finanzielle Risiken zu übernehmen, hat hier die individuelle Vielfalt mitgeprägt. Nicht immer ist dem privaten Bauwilligen die Möglichkeit der freie Entfaltung gegeben. Zwänge, die sich aus dem Angebot des Baulandes, aus der Bindung an Bauträgergesellschaften oder aus der Bindung an Bauträgergesellschaften oder an Bebauungspläne ergeben, setzen enge Grenzen. Trotzdem etwas Gutes daraus zu machen, ist schon eine Kunst. Die Reiheneigenheime in attraktiver Wohnlage am Windmühlenberg beweisen eine gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Bauträger, Bauwilligen und Baufachleuten.

Abschied vom Vorsitzenden

Mit Ablauf des Geschäftsjahres 1969 bereitete Fritz Weckermann seine Demission vom Amt des Vorsitzenden vor. Er begründete diesen Schritt mit seiner angegriffenen Gesundheit. Außerdem wies er darauf hin, daß er 31 Jahre in führender Position dem Verein mitgeprägt habe und nunmehr jüngere Kräfte seine Arbeit übernehmen sollten.
Es war nicht ganz leicht, den von Fritz Weckermann gewünschten Nachfolger zu finden, zumal aus dem amtierenden Vorstand niemand zur Verfügung stand. Trotzdem gelang es, auf der Generalversammlung am 26. Januar 1970 mit Franz Küper einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Der scheidende Vorsitzende wurde auf Vorschlag von Oberst Albert Lewandowski aufgrund seiner unbestritten großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Für den neuen Vorsitzenden war es nicht leicht, in die Aufgaben hineinzuwachsen, war er doch ein Neuling auf dem Gebiet des Schützenwesens in Werne und erst seit 1966 Vereinsmitglied. Doch ihm standen bewährte Vorstandsmitglieder zur Seite. Vor allem fand er in dem zweiten Vorsitzenden Franz Trottenberg und in dem Zahlmeister Ewald Lohmann freundschaftliche Unterstützung. Zahlreiche Probleme lagen auf dem Tisch. Mit der Anschaffung von grünen Schützenröcken war gerade begonnen worden. Widerstände gegen die einheitliche Kleidung aller Baakenschützen mußten überwunden werden, war doch die Uniformierung gerade in diesem Verein besonders verpönt. Der einmal eingeschlagene Weg wurde jedoch konsequent fortgesetzt, so daß König Hubert Bergmann beim Schützenfest 1971 gern auf die traditionelle Königskleidung "schwarzer Anzug mit Zylinder" verzichtete, die sein Vorgänger Johannes Leipzig so vehement verteidigt hatte.

Zum Schützenfest schreibt "Steintor Hennes" im Westfälischen Anzeiger nachfolgende Glosse:

Mit Enttäuschung quittierten die Baaken -Schützen die Reaktion eines Werner Einkleidungsgeschäftes. Als sie am Sonntagmittag endlich den Vogel von der Stange geholt hatten, bestimmten sie Königin und Hofstaat. Damm aber begann die Schwierigkeit.

Die Damen sollten für die beiden Festtage neu eingekleidet werden. Man rief also an, am heiligen Sonntag. Im ersten Geschäft traf man keine an, die Familie war ausgeflogen, was durchaus verständlich war.
Im zweiten Geschäft aber gab man Ihnen zu verstehen, daß man auf den Kauf von fünf Kleidern keinen Wert lege.
Das muß man sich einmal vorstellen! Finsterste Provinz ist gar nichts dagegen. Manche Geschäftsleute sind anscheinend mit Blindheit geschlagen, denn daß sich so etwas herumspricht, liegt doch auf der Hand.
Man sollte sich nicht wundern, wenn die Baaken-Schützen daraus ihre Konsequenzen ziehen, meint Ihr
Steintor Hennes

Neue Satzung

Am 1. Dezember 1974 gab sich der Verein nach langen Vorbereitungen und Beratungen eine neue Satzung.
Sie wurde auf der Generalversammlung mit 73-Ja-Stimmen, 2-Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Sie diente gleichzeitig als Grundlage der Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Werne. Dort ist der Verein eingetragen unter dem Namen "Schützenverein Baaken Werne e.V."
Verantwortlich zeichneten seinerzeit: Franz Küper, Josef Kohne, Franz Trottenberg, Erich Neuhoff, Ferdi Aldenhövel, Heinz Kötter und Hermann Schlüsener.

Neubau St. Christophorus - Krankenhaus

Seit der Errichtung des Gymnasium St. Christophorus im Jahre 1956, das inzwischen ohne Internat weitergeführt wird, rückt der "Lindert" immer mehr in die Öffentlichkeit.
Landschaftsgestalterische Planungen sahen ein Naherholungsgebiet vor, das aus Kostengründen wohl kaum in vollem Umfange verwirklicht werden kann. Der Stadtwald, der in seinem oberen Teil die unter Denkmalschutz stehende Reste der "alten Landwehr" umfasst, ist als grüne Lunge unserer Stadt unbedingt erhaltenswert und sollte alle nur erdenkliche forstwirtschaftliche Pflege erfahren. Eingebettet in diese Landschaft ist das am 17. Mai 1974 eingeweihte neue St.Christophorus Krankenhaus, das mit seinen modernen medizinischen Abteilungen und seinen freundlichen Krankenzimmern mit 310 Betten eine gute medizinische Versorgung der Stadt Werne und des Umlandes sicherstellt. Der vorgelagerte Löschwasserteich mit dem umlaufenden Grüngürtel löst die Strenge der klargegliederten Betonfassade des Gebäudes auf und passt es in die Landschaft ein.
Anders ist es bei dem 1975 errichteten Anne Frank Gymnasium mit seiner reinen Zweckmäßigkeit aus dem Baukasten. Ursprünglich als städtisches Gymnasium für Mädchen geplant, steht es heute in gesundem und kollegialen Wettbewerb zum privaten Gymnasium als weiterführende Schule für Mädchen und Jungen. Die ergänzenden Sportanlagen mit einer Dreifachturnhalle und dem nach langen intensiven Bemühungen der Sportfreunde 67 endlich 1986 eingeweihte Hartplatz fügen sich in diese Zweckmäßigkeit ein. Die weitere gestalterische Entwicklung des "Lindert", die bei der Wohnbebauung nicht immer als gelungen angesehen werden kann, bleibt abzuwarten. Es wäre der Stadt zu wünschen, daß sie Ihren im Bödeckerpaln aufgezeigten Idealvorstellungen sehr nahe kommt.

Bau der Vogelstange im Stadtwald

Ein besonderes Problem für den Verein wurde die Verschärfung des Waffengesetzes und die dichter werdende Bebauung im Bereich der Brückmann’schen Festwiese. Nach 1975 war es nicht mehr gestattet, den vereinseigenen Vogelschießstand zu nutzen. Es mußte ein Ausweg gefunden werden.
Intensive Beratungen im Vorstand sowie Überlegungen seitens der Schützen brachten die verschiedenen Lösungsvorschläge. Ein fahrbarer Kugelfang mußte her - ein eigener Festplatz mit festinstallierter Schießanlage wurde gefordert. Verhandlungen des Vorsitzenden mit der Stadt Werne - Gespräche mit Vertretern der politischen Parteien und aller im Baaken ansässigen Vereine wurden geführt. Doch das Ergebnis?
Endlich zeigte sich die Stadt kompromissbereit. Sie stellte unter Einhaltung bestimmter Auflagen einen Platz im Stadtwald zur Verfügung, auf dem die Baakenschützen gemeinsam mit den Schützen von Varnhövel-Ehringhausen eine Vogelschießanlage errichten durfte. Doch guter Rat war teuer - zu teuer?
Die Schützenbrüder Heinz Heuser und Klaus Harhoff hatten die rettende Idee. Ihnen war auf dem Betriebsgelände Ihres Arbeitgebers der Baumaschinenfabrik Hermann Steinweg, der Prototyp eines Gittermastes aufgefallen, der nicht weiterentwickelt werden sollte. Nach einem Gespräch zwischen Vorsitzenden und dem Firmeninhaber, Schützenbruder Josef Steinweg, war eine Schenkung perfekt.
Außerdem wurde dem Verein gestattet, unter der verantwortlichen Leitung von Heinz Heuser den Ausbau der Anlage auf dem Gelände bzw. in einer Halle der Baumaschinenfabrik durchzuführen. In Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein wurde die Anlage vorbereitet und im Standwald aufgestellt.
Rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum der Baakenschützen im Jahre 1977 war das Werk vollbracht. Die Einweihung konnte erfolgen. Das gelungene Werk machte auf den Spender des Gittermastes einen solch guten Eindruck, daß er auch noch die Materialkosten übernahm.

An dieser Stelle sollte darum dankend erwähnt werden, daß die Familie Steinweg, ob in Ihrer Eigenschaft als Inhaber des Bauunternehmens oder als Inhaber der Baumaschinenfabrik, immer eine besondere Verbindung zum Baaken hat. Vor allem, wenn Hilfe und Unterstützung gefragt sind.

Für die neue Vogelstange keinen Baum gefällt

Baaken und Varnhövel jetzt im Stadtwald

An völlig neuer Stelle schießen die Baakenschützen in diesem Jahr ihrem König aus. Am 21. August wird die Eigeninitiative im Stadtwald erstellte Vogelstange ihre Bewährungsprobe haben, nachdem sie in einer kleinen Feier den beiden am Aufbau beteiligten Vereinen Baaken und Varnhövel-Ehringhausen übergeben worden ist. Besonders stolz sind die beiden Schützenclubs auf die Einhaltung des Versprechens, für die neue Schießanlage keinen Baum gefällt zuhaben.

In einem Schreiben des Vorstandes der Baakenschützen heißt es zur neuerstellten Anlage:

"Es war auch nie die Absicht der Schützen, für die Vogelschießanlage den gesunden Baumbestand des Stadtwaldes anzutasten. Sie selbst wissen, welchen Wert die "grüne Lunge" unserer Stadt für die Bevölkerung hat; sorgen doch viele von Ihnen durch eine sinnvolle Gestaltung Ihrer eigenen Gartenanlagen für eine Verbesserung der Umwelt. Darüber hinaus haben sie immer ein offenes Ohr bewiesen, wenn es hieß: "Feld und Flur sind von Unrat und Müll zu Reinigen". Die Schützenvereine Baaken Werne e.V. und Varnhövel-Ehringhausen bedanken sich beim Rat und bei der Verwaltung der Stadt, wo sie trotz einiger Skepsis und Widerstände viel Verständnis und Unterstützung bei der Lösung Ihrer Probleme gefunden haben.

Sie bedanken sich auch nicht zuletzt beider Baumaschinenfabrik Steinweg KG,īdie einen Aufzugmasten kostenlos zur Aufnahme des Kugelfangs spendete und bei den vielen stillen Helfern, ohne die diese neue Anlage nicht geschaffen werden konnte.

Eine aktive Bevölkerungsgruppe unserer Stadt hat wieder einmal bewiesen, daß Bürgeraktionen ohne große Öffentlichkeitsarbeit Erfolge zeigen und die Interessen der Allgemeinheit zum Wohle aller gewahrt bleiben."

40-jähriges Bestehen

Das erste Baaken - Königspaar saß auch auf der Festzelt-Empore
Drei tolle Tage erleben Mitglieder des Schützenvereins Baaken.
Auftakt des 40-jährigen Bestehens des Schützenvereines war ein Marsch des Bataillons durch Werne - West. Zackig die Parade zur Ehre aller noch lebenden Königspaare. Im Festzelt nahmen auf der Empore 16 Königspaare Platz, darunter die Majestäten Alfred Bereszynski und Änne Kötter, die im Jahre 1938 beider Gründung des Schützenvereins erstmals im Baakenland residierten.
Zweiter Vorsitztender Josef Kohne begrüßte die Gäste. Vorsitzender Franz Küper beglückwünschte die Königspaare und Jubilare.
40 Jahre gehören dem Schützenverein Baaken an: Alfred und Anton Bereszynski, Bernhard Fittinghaff, Heinrich Günnewig, Hermann Hesse, Kurt Leistner sen., Hermann und Theodor Schlüsener, Hermann Steinweg sen., Ferdi Weber, Anton Weber, Heinz Wilmsen.
25 Jahre: Bernhard Berger, Heinrich Bergmann, Helmut Jung, Bernhard Kerkhoff, Anton Klute, Ferdinand Lünebrink, Bernhard Stein, und Willi Voß.
Von Königswürden und auch -bürden nahmen Franz Küper und Waltraud Leipzig am Samstag Abschied. Der Festzug mit anschließendem Zapfenstreich begeisterte Akteure und Zuschauer.

"Der Vogel fiel programmgemäß" - so schrieb der Zeitungschronist. Er wußte zu berichten, daß genau um 13.30 Uhr der letzte Rest des von Bernhard Weckermann geschnitzten Vogels von der Stange fiel.
Nachdem Stadtdirektor Dr. Hoffschulte die Anlage übergeben hatte, entwickelte sich ein hartes Ringen um die Königswürde. Ferdi Lünebrink war der glückliche Gewinner, nachdem er schon vor Jahren den ersten Anlauf gemacht hatte. Starke Unterstützung fand er bei seinem Freund Ferdi Weber, dessen Frau Elisabeth im Falle eines Sieges zur Königin erkoren war.
Das Jubiläumsschützenfest hinterließ im Verein aber auch bei der Bevölkerung, einen nachhaltigen Eindruck. Vorübergehend wuchs die Zahl der Mitglieder auf 250 Schützen an. - eine besondere Verpflichtung für den Vorstand und das Offizierskorps.

Die nachfolgenden Schützenfeste im Baaken zeigten den Stellenwert in der Besuchergunst. Aber auch die Beliebtheit der Königswürde in diesem Verein. Zahlreiche Bewerber kämpften um die Königskrone, die leider immer nur ein Bewerber alle zwei Jahre erringen kann.

1979 war es Udo Meierhans, der zum Schuß die sichere Hand hatte. Als Königin erwählte er Annelise Weber, die mit ihm das Baakenland regieren sollte.

1981 ging Theo Leipzig als Sonnenkönig in die Geschichte des Schützenvereins ein.
Der 5. September 1981 war ein goldener Samstag. So heiß wie das Wetter, so heiß war auch der Kampf. Die Frau des Vorsitzenden, Anne Küper wurde Königin.

1983 kam Helmut Klönne aus dem Hintergrund. Am Tage vorher noch in Urlaubsfreuden schwelgend hatte niemand mit ihm gerechnet - am wenigsten sein härtester Mitbewerber Adolf Passmann. Noch unter der Vogelstange gab Claudia Schudlik ihre Zustimmung, als Königin die Mitregentschaft für zwei Jahre zu übernehmen.

1985 - unter der Vogelstange fand ein heißer Wettbewerb um die Königswürde statt. Gerd Lünebrink hatte zum Schluß die besseren Nerven. Mit seiner Königin Rosi Marckhoff regierte er nun das Baakenland bis 1987.
Gemeinsam mit ihrem aktiven Hofstaat unterstützen sie den Vorstand bei den Vorbereitungen zum Jubiläumsfest. Dank der Großzügigkeit der Familie Alfred Bereszynski kann auch dieses Fest auf dem Privatgrundstück des ersten Königs der Baakenschützen stattfinden. Hierzu ein herzliches danke!

Frühschoppen am Sonntagvormittag

Eine besondere Attraktion des volkstümlichen Frühschoppens am Sonntagvormittag ist seit Jahren die Ermittlung des Wurstkönigs.
Gäste und Schützen, Frauen und Männer sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Schützengilde

Kontaktpflege und Öffentlichkeitsarbeit gehören seit Jahren zu den besonderen Eigenschaften der Baakenschützen. Darum war es für sie selbstverständlich, sich der im Jahre 1975 auf Vorschlag von Albert Böcker, seinerzeit König der Bürgerschützen, gegründeten Schützengilde der Stadt Werne anzuschließen. Neben der Pflege des Brauchtums und gutnachbarschaftlicher Beziehungen hat es sich die Schützengilde zur Aufgabe gestellt, die Vereine bei auftretenden Schwierigkeiten zu unterstützen. Die Schützengilde sollte es in Zukunft gelingen gerade diesen Aspekt noch stärker zu beachte, bilden doch die Schützenvereinein Ihrer Gesamtheit mit über 2000 Mitgliedern einen nicht unwesentlichen Faktor bei der Durchsetzung ihrer Ziele. Hier vor allem bei Verhandlungen mit Geschäftspartnern, Musikern, und Behörden. Der schlafende Riese sollte auch in dieser Beziehung Tabuzonen zum Wohle aller Schützen überspringen.

Musikalische Talente in unserer Nachbarschaft

Wird heute in der Hauptschule „Marienschule“ sowie in den beiden Gymnasien Kunst und Musik besonders gelehrt, so wurde schon vor dem Kriege bis auf den heutigen Tag die Volksmusik gepflegt. Die beiden auch über die Grenzen der Stadt wohlbekannten Spielmannsmusikzüge „Grün-Weiß“ und „Kolping“ Werne haben eindeutig ihre Wurzeln in unserer Nachbarschaft. Schon bei den Kinderschützenfesten seit 1929 musizierten Jungen aus der Nachbarschaft mit Trommeln und Querflöte zum Marsch der jungen Schützen. Nach dem zweiten Weltkrieg trafen sich musikfreudige Siedler der Baakensiedlung und ihre Söhne, um Ihr Siedlerfest mit einer flotten Marschmusik zu verschönern. Hieraus entwickelte sich der Spielmannsmusikzug „Grün-Weiß „, der heute ein beachtliches musikalischen Niveau erreicht hat. Gleichzeitig fanden sich in der Nachbarschaft „Zum Dreieck“ musikalische junge Männer und spielten zu den ersten Gänseköppen nach dem Kriege. Ein Anschluß dieser Musiker an die Nachbargemeinschaft wurde damals vom amtierenden Vorstand abgelehnt, so daß sich einige Spielleute an die Kolpingsfamilie Werne wandten. Hier traf man auf viele Verständnis, aber auch auf weitere junge Männer, die sich den Spielleuten anschlossen und der Spielmannsmusikzug „Kolping“ war geboren. Auch dieses Musikkorps kann beachtliche Erfolge nachweisen. Im Laufe der Jahre bildeten sich teils auf Anregung, teils durch die Initiative abgewanderter Spielleute weitere Spielmannsmusikzüge in Stockum, Host-Wessel, bei Frohsinn 07 oder auch am Nierstenholz. Es kann darum ohne Überstreibung gesagt werden:
„Die Wiege der Werner Spielmannsmusikzüge nach 1945 steht im Baaken.“

Ehrenkompanie

Unsere Ehrenkompanie wurde 1971 gegründet. Hartnäckig verfolgte Major Kurt Schulze sein Ziel zum Wohle des Vereins.


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