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Stadtmuseum erhält das "Heimat-Zeugnis"

17.12.2019

Land NRW fördert die Erneuerung der Dauerausstellung

Stadtmuseum

Das Karl-Pollender-Stadtmuseum erhält die Förderung "Heimat-Zeugnis" vom Land NRW und damit knapp 140.000 Euro für die Erneuerung der Dauerausstellung im 1. Obergeschoss. 

Seit dem Sommer 2018 bietet das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) unter dem Titel "Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet" ein Förderprogramm für Projekte, die sich mit regionaler und lokaler Identität und Heimatgefühl auseinandersetzen. Das Programm unterteilt sich in fünf "Elemente", die sich in Ausrichtung und Förderhöhe unterscheiden. Auf Basis eines öffentlichen Workshops im Mai 2019 und in Abstimmung mit der Verwaltung und dem Kulturausschuss der Stadt Werne, stellte das Stadtmuseum im Juli 2019 einen Antrag zum Thema "IdentitätsWandel", um die Dauerausstellung im Bereich der neueren Geschichte neu gestalten zu können. Dieser Antrag wurde nun vom MHKBG bewilligt. 

Inhalt des Antrages "IdentitätsWandel. Kurzkonzept für die Umgestaltung des Karl-Pollender-Stadtmuseums im Bereich der jüngeren Geschichte" 

Seit der Einrichtung eines professionell geführten Stadtmuseums in den 1970er Jahren ist das Alte Amtshaus ein Ort von zentraler Bedeutung in Werne. Mittlerweile ist die Ausstellung allerdings in die Jahre gekommen und spiegelt nur ein veraltetes Selbstbild der Stadt wider. Für Neubürger und junge Menschen bietet sie keine Anknüpfungspunkte mehr. 

Wir sehen nun die Chance, die Bestände des Hauses zu nutzen, um allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt die Auseinandersetzung mit ihrer Heimat Werne zu ermöglichen, denn wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart besser verstehen. Prädestiniert durch seine zentrale Lage und ausgezeichnete Vernetzung kann das Haus zu einem Ort werden, an dem die Stadt sich selbst und ihre Identität begreifen, diskutieren und verhandeln kann. Bürgerinnen und Bürger sollen dort aktiv das Bild ihrer Heimat erfahren und gestalten, indem sie persönliche Blickwinkel und vielfältige Facetten einbringen. 

Für diese Auseinandersetzung bietet sich der Bereich der neueren Geschichte im 1. Obergeschoss des Hauses an. Die letzten 200 Jahre haben für Werne und das Selbstbild der Bürgerinnen und Bürger viel verändert: 1815 wurde Werne ein Teil Preußens. Statt die Südgrenze des Bistums Münster entlang der Lippe zu verteidigen, erlebte die Stadt den Bau einer Brücke über eben jene Grenze. Preußische Reformen führten vorübergehend zu schweren wirtschaftlichen Einbußen, Handwerksbetriebe schlossen, die Bevölkerung schwand. Mit der Entdeckung der Sole und der Eröffnung der Zeche erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts dann der große Aufschwung und die Entwicklung zur modernen Stadt, zugleich wuchs die Bürgerschaft um viele Neuankömmlinge. Es folgten wesentliche Neuerungen, wie der Bau des Gersteinwerkes in Stockum und die Eröffnung des Bahnhofs. Die beiden Weltkriege und die Zeit dazwischen hinterließen ihre Spuren, im Inneren und Äußeren der Stadt. In den 1970ern folgte die kommunale Neugliederung, die erneut eine Herausforderung an die Selbstwahrnehmung der Werner stellte: Bis heute besteht keine Einigkeit darüber, ob Werne Teil des Ruhrgebietes oder des Münsterlandes ist. 

Diese Prozesse des Wandels prägen die Stadt und wer sie kennt, versteht die Stadt besser. Zudem gilt es aber, anhand dieser Themen das Bild der Stadt zu besprechen. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, mitzudiskutieren und mitzugestalten. 

Drei Stichpunkte umschreiben unsere Vision:

  • Das Museum als „Lesehilfe für die Stadt“: Nach dem Besuch des Museums kann das heutige Werne besser verstanden werden und die Informationen sind bestenfalls auch an weiteren Standorten in der Stadt abrufbar.
  • Das Museum als „ständige Konferenz“: Werner Bürgerinnen und Bürger entscheiden mit über Objekte und Unterthemen, bringen Meinungen, Erinnerungen und Recherchen ein. Das Haus wird zu einem verbindenden Ort.
  • Das Museum als „Knotenpunkt der Identität“: Was macht Werne zu unserer Heimat? Was macht das Leben hier besonders? Wie wollen wir dieses Leben gemeinsam gestalten? Diese Fragen wirft die Ausstellung immer wieder auf und motiviert Besucher zur Teilhabe.

Das neue Ausstellungskonzept sieht daher vor, dass Objekte und Texte häufig ausgetauscht werden können. Durch neue Medientechnik wird es möglich, Kommentare, eigene Geschichten, Bilder und Filmaufnahmen zu den Objekten zu ergänzen. Umfragen können eingebaut werden, tagesaktuelles Geschehen kann mit den Ausstellungsstücken in Relation gebracht werden. So können alle Bürgerinnen und Bürger daran mitarbeiten, wie das Museum ihre Heimat zeigt.

Die wesentlichen Aspekte des neuen Konzeptes für diesen Ausstellungsbereich wurden im Rahmen eines Bürgerworkshops (Mai 2019) erarbeitet – es handelte sich bereits um den zweiten Workshop zur Neuausrichtung des Museums insgesamt.  

Dabei wurden folgende Grundsätze festgelegt: 

  • Es geht um Werner Geschichte(n). Alle dargestellten Themen sollen konkret am Beispiel von Werne gezeigt und erläutert werden. Die ausgestellten Exponate und Geschichten sollten bestenfalls ausschließlich aus Werne stammen. Ergänzend kommen Erzählungen einzelner Individuen hinzu, die in Werne gelebt haben oder heute noch leben. Dies macht die Themen nahbar und dient auch als Dokumentation der Erinnerungen der Bürgerinnen und Bürger.
  • Es geht um Themen, die alle Menschen gemein haben. Der Fokus aller Texte und Exponate ist so zu wählen, dass für möglichst viele Besucher ein Wiedererkennen bekannter Themen möglich ist. 
  • Die Ausstellung muss nutzbar sein. Schulen, Gruppen, Einzelbesucher, Touristen und Neubürger wollen hier die Stadt kennenlernen. Die Themen müssen entsprechend gewählt sein und der Raum dahingehend gestaltet sein.
  • Die Ausstellung bleibt in Bewegung: Die ausgewählten Hauptthemen bilden die Grundlage, auf die die Narration der Ausstellung aufbaut. Die Objektauswahl im Einzelnen und die Ausgestaltung in Detailthemen sollen flexibel sein und häufigen Wandel ermöglichen. 
  • Objekte und Informationen sind reduziert vom jetzigen Stand aus. Die gelungene Kommunikation und Auseinandersetzung ist wichtiger als die mögliche Informationsfülle. Weiterführende Texte, Bilder, Audio- und Videodateien sind heute besser digital anzubieten und ermöglichen die Verknüpfung in die Stadt hinein. 

Umsetzung und Kosten 

Die Umsetzung dieser Neuausrichtung ist auf drei Jahre angelegt (2020 bis 2022), damit sie weiterhin durch Bürgerworkshops und weitere partizipative Angebote gesteuert werden kann. Zudem müssen die Objekte zunächst sämtlich eingelagert werden, die Räume renoviert werden und eine neue Ausstellungsgestaltung erarbeitet werden.

Neue Texte, Bilder und Videos, sowie ergänzende Anwendungen oder Spiele gilt es zu erstellen. Die Beleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt. Abschließend erst können die Ausstellungsstücke (wieder) eingebracht werden. Die Eröffnung dieses Ausstellungsteils ist für 2022 geplant. Für die Neugestaltung sind 139.900 Euro eingeplant, von denen das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung 125.910 Euro trägt, während sich die Stadt Werne mit 13.990 Euro beteiligt. Darüber hinaus trägt die Stadt Werne die Kosten für die Renovierung der Räume in Höhe von etwa 15.000 Euro.

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