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28. Januar 2026

Haushalt 2026: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Sim-Jü Videoüberwachung

Die Stadt Werne steht vor massiven finanziellen Herausforderungen. Einschnitte und Steuererhöhungen werden unumgänglich, um handlungsfähig zu bleiben.

Werne steht, wie viele Kommunen in Deutschland, vor einer großen finanziellen Kraftanstrengung. Mit der Einbringung des Haushaltsentwurfs 2026 wird nun deutlich, wie dramatisch sich die Haushaltslage aktuell und in den kommenden Jahren darstellt. In dieser Mitteilung informieren wir Bürgerinnen und Bürger, was das für sie und ihre Stadt bedeutet, und welche Schritte jetzt nötig werden, damit Werne handlungsfähig und lebenswert bleibt.

„Das neue Normal“: Kommunen unter Hochdruck

Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hat sich flächendeckend zugespitzt. Haushaltsdefizite sind zum „neuen Normal“ geworden. Im Jahr 2025 hatten nur noch 10 Kommunen in NRW einen ausgeglichenen Haushalt – 336 Kommunen machten Verluste, und 50 waren in der Haushaltssicherungspflicht. (1)

Während die Ausgaben – insbesondere für soziale Leistungen wie die Kinder- und Jugendhilfe sowie für Personal und Zinsen – massiv ansteigen, halten die Zuweisungen von Bund und Land mit dieser Dynamik nicht Schritt. Für Werne bedeutet das: Für das Jahr 2026 entsteht voraussichtlich ein Minus von rund 11,7 Millionen Euro, das nicht aufgefangen werden kann.

Die kommunale Haushaltskrise auf einen Blick

Die Stadt Werne ist mit dieser Situation nicht alleine: Die Lage der kommunalen Haushalte in NRW ist katastrophal. Trotz punktueller Förderprogramme von Bund und Land bleiben die kommunalen Haushalte chronisch unterfinanziert.

Diese kommunale Haushaltskrise hat strukturelle Ursachen:

  • Extremer Anstieg der Ausgaben für Soziales und Jugendhilfe
  • Anstieg der Personalaufwendungen
  • Beginnende Spirale aus steigenden Kreditzinsen und Verschuldung
  • Einnahmen halten mit Entwicklung der Ausgaben nicht schritt – dazu zählen Steuern, aber auch Zahlungen von Bund und Land („Konnexitätsprinzip“ (2))

Die Folgen:

  • Der Haushalt wird überlastet.
  • Rücklagen und Eigenkapital werden trotz Sparmaßnahmen systematisch aufgebraucht.
  • Sollte es nicht gelingen, das Ruder im Jahr 2026 herumzureißen, kommen wir ab 2027 in die Pflicht, ein Haushaltssicherungskonzept zu erstellen.
  • Ein verpflichtendes Haushaltssicherungskonzept würde unsere Handlungsfähigkeit enorm einschränken. Es wird alles darangesetzt, dies zu verhindern.
Luftbild Werne (c) Blossey

Was bedeutet das für uns in Werne?

Lange konnten wir finanzielle Schieflagen durch Rücklagen und Instrumente des Haushaltsrechts (3) ausgleichen, doch diese Maßnahmen sind bereits vollständig ausgeschöpft. Um weiterhin in Schulen, Straßen und unsere gemeinsame Infrastruktur investieren zu können, müssen wir die finanzielle Situation der Stadt auf ein stabileres Fundament stellen.

Dazu gehört auch eine Nachricht, die wir uns alle anders gewünscht hätten, sich aber nun konkretisiert: Eine Erhöhung der Grundsteuer B und Gewerbesteuer war aufgrund der finanziellen Entwicklung bereits länger für das Jahr 2026 in der Planung berücksichtigt. Mit dem neuen Haushaltsentwurf werden nun Steuererhöhungen in zwei Stufen in den Jahren 2026 und 2028 notwendig.

Bürgermeister Lars Hübchen macht deutlich:

Bürgermeister Lars Hübchen

„Wir wissen, dass dies eine zusätzliche Belastung für die Bürgerinnen und Bürger sowie für unsere Betriebe ist. Doch ohne diesen Schritt würden wir riskieren, die Kontrolle über die eigene Gestaltung unserer Stadt zu verlieren.“

Anpassung der Hebesätze – was bedeutet das für mich?

Verständlicherweise möchten Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen nun wissen, welche Auswirkungen eine Steuererhöhung für sie haben kann.

Das Team unserer Kämmerei hat daher mehrere Rechenbeispiele zusammengestellt, um die Auswirkungen zu skizzieren.

Wir müssen unsere Hausaufgaben machen

Klar ist aber auch: Es reicht nicht aus, nur an der Stellschraube Steuern zu drehen. Damit die Stadt Werne überhaupt eine Chance hat, auch nach 2026 handlungsfähig zu bleiben, sind wir als Stadtverwaltung ebenso in der Pflicht, unsere „Hausaufgaben“ konsequent zu erledigen.

Das bedeutet für uns:

  • Aufgabenkritik: Wir stellen Aufgaben und Standards kritisch auf den Prüfstand.
  • Priorisierung: Projekte müssen noch strenger danach bewertet werden, wie wichtig sie für das Gemeinwohl sind.
  • Strukturelle Konsolidierung: Wir suchen nach langfristigen Effizienzgewinnen, um die Verwaltung schlank und handlungsfähig zu halten.
  • Wachstum fördern: Durch die Entwicklung neuer Gewerbeflächen und Wohnraum wollen wir unsere Erträge nachhaltig stärken.

Hieran wird die Verwaltung in einem Konsolidierungsprozess in den nächsten Wochen und Monaten intensiv arbeiten, um bereits für den Haushalt 2027 erste entlastende Wirkungen zu erzielen. Dabei wird es auch um Maßnahmen gehen, die mit Einschränkungen der städtischen Leistungen für Ihre Bürgerinnen und Bürger verbunden sind.

Wie geht es weiter?

Der Haushaltsentwurf wird in den kommenden Wochen und Monaten weiter intensiv diskutiert, insbesondere mit den politischen Fraktionen. Ein Beschluss des Stadtrates ist für den 18. März vorgesehen. Über die weiteren Beratungen im Stadtrat und die konkreten Maßnahmen werden wir Sie kontinuierlich auf dem Laufenden halten.

Zahlen, Fakten und Hintergründe können Sie der untenstehenden Präsentation aus dem Stadtrat am 14.01.2026 entnehmen.