02. April 2026
Gewerbeflächen von morgen: Werne setzt auf frühen Dialog

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute diskutierten im Jugendzentrum JuWeL über die wirtschaftliche Zukunft und die Lebensqualität in ihrer Stadt.
Am vergangenen Mittwoch wurde es voll im Jugendzentrum JuWeL: Rund 80 Wernerinnen und Werner sind der Einladung der Stadt gefolgt, um über ein Thema zu sprechen, das viele bewegt – eine neue Gewerbeflächenstrategie. Nachdem die Entwicklung eines regionalen Kooperationsstandortes im Jahr 2021 durch einen Bürgerentscheid gestoppt wurde, geht die Stadtverwaltung nun neue Wege und setzt auf frühzeitigen Dialog.
„Der Abend hat gezeigt: Viele Menschen wollen mitreden, wenn es um die Zukunft ihrer Stadt geht – und zwar aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Genau diesen Dialog brauchen wir, um wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig die Lebensqualität in Werne zu sichern“, resümiert Bürgermeister Lars Hübchen. Das Ziel des Abends: Gemeinsam herausfinden, wie Werne als Wirtschaftsstandort wachsen kann und gleichzeitig lebenswert bleibt.
Expertenrunde liefert fachliche Basis
Bevor die Teilnehmenden selbst aktiv wurden, lieferte eine Talkrunde das notwendige Hintergrundwissen. Wulf-Christian Ehrich (IHK zu Dortmund) machte deutlich, dass Werne ein attraktiver Standort ist, die örtlichen Unternehmen jedoch dringend Entwicklungsflächen benötigen, um sich auch in Zukunft gut entfalten zu können.
Planungsdezernent Ralf Bülte erläuterte die Herausforderungen der Flächensuche: Der Auftrag der Politik, ein fundiertes Gewerbeflächenkonzept zu erstellen, trifft auf einen sehr komplexen planungsrechtlichen Rahmen. Diese regional- und landesplanerischen Voraussetzungen müssen bei jeder Suche nach neuen Standorten zwingend berücksichtigt werden.
Landschaftsarchitektin Christina Wolf ergänzte die Runde um Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Sie betonte dabei die Relevanz der ökologischen Gestaltung und einer klimaangepassten Planung, die Klimaschutz und Gesundheit in den Fokus rückt.






Gemeinsam an einem Tisch: Arbeit im „World Café“
Anschließend wurde es praktisch: Im Format eines „World Cafés“ arbeiteten die Bürgerinnen und Bürger an drei Stationen intensiv mit. Ziel der Stadtverwaltung und des begleitenden Büros CIMA aus Köln war es, die unterschiedlichen Sichtweisen nicht nur zuzulassen, sondern gezielt sichtbar zu machen. An den Tischen saßen engagierte Anwohner, Inhaber kleiner Handwerksbetriebe und Vertreter großer Arbeitgeber Seite an Seite.
Trotz der unterschiedlichen Hintergründe zog sich eine Erkenntnis durch den Abend: Die Interessen liegen oft näher beieinander als gedacht. „Es herrschte große Einigkeit darüber, dass wir Werne als starken Wirtschaftsstandort sichern müssen, um Arbeitsplätze und Lebensqualität zu erhalten“, fasst Bürgerdialogmanagerin Dr. Linn Julia Temmann zusammen. Bezahlbarer Wohnraum, der Erhalt der Natur und eine attraktive Innenstadt standen für alle Beteiligten auf der Prioritätenliste.









Transparenz und nächste Schritte
Die gesammelten Impulse und kritischen Anmerkungen werden nun detailliert aufgearbeitet und dienen als wichtige Abwägungsgrundlage für künftige Entscheidungen im Rat der Stadt Werne. Über alle weiteren Schritte und Beteiligungsmöglichkeiten informiert die Stadtverwaltung weiterhin über die Presse, die Website und die Social-Media-Kanäle.
Eine projektbezogene Website mit allen aktuellen Informationen finden Sie unter dem untenstehenden Link: