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FAQ zum geplanten Gewerbepark an der Nordlippestraße

Häufig gestellte Fragen zum geplanten regionalen Kooperationsstandort

Werne ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort und in gleicher Weise auch Wohnort und Lebensraum. Dies gilt es auch in Zukunft sicherzustellen. Um den neu geplanten Gewerbepark mit dem Arbeitstitel „Nordlippestraße Nord“ ist eine Diskussion entbrannt, die sich mit dem Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie auseinandersetzt. 

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Werne möchte einen Beitrag leisten, um sachgerecht über die Gebietsentwicklung zu informieren. Dazu wurde ein Fragen- und Antworten-Katalog erstellt. Dieser Katalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr soll er ein wachsendes Informationsinstrument sein. Um diesen Katalog ständig weiterzuentwickeln, bieten wir Ihnen an, uns weitere Fragen zu stellen. Wir versuchen, diese dann in diesen Katalog aufzunehmen. Bitte senden Sie Ihre Fragen an: p.cramer@werne.de

Planung und Regionalverband Ruhr
Flächenverbrauch
Beteiligung
Ökologie
Ökonomie
Entwicklung und Vermarktung

Viele Fragen befassen sich mit den planerischen Grundlagen. Wir haben daher versucht, diese Fragen unter den Sammelbegriff "Planung" zusammenzufassen.

Was ist der Regionalverband Ruhr (RVR)?

Der Regionalverband Ruhr (RVR) (https://www.rvr.ruhr/) mit Sitz in Essen ist der Zusammenschluss der 11 kreisfreien Städte und vier Kreise des Ruhrgebiets mit rund 5,1 Millionen Einwohnern. Die Aufgaben und Tätigkeiten des RVR sind im RVR-Gesetz geregelt. Der RVR ist für die Regionalplanung in der „Metropole Ruhr“ verantwortlich und ist Träger von Infrastrukturprojekten, wie der Route der Industriekultur und des Emscher Landschaftsparks. Zu den ältesten Kernaufgaben des RVR zählen Schutz und Pflege der Umwelt durch die Sicherung von Freiflächen (https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalverband_Ruhr).

Seit mehreren Jahren läuft die Neuaufstellung des Regionalplans Ruhr. Der in enger Abstimmung mit den Städten und Kreisen entwickelte Regionalplan setzt die Vorgaben der Raumordnung fest, die anschließend auf kommunaler Ebene mittels Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen umgesetzt werden.

Im Vorgriff auf den Regionalplan hat der RVR den „Sachlichen Teilplan Regionale Kooperationsstandorte“ entwickelt, der am 25. Juni 2021 von der Verbandsversammlung beschlossen wurde. Nach Abschluss des Verfahrens ist der RVR nicht mehr an den örtlich stattfindenden Prozessen wie Flächenvermarktung, Auswahl der Firmen oder Grundstücksvertragsgestaltung beteiligt.

Was ist ein Regionaler Kooperationsstandort?

Am 06.07.2018 hat die Verbandsversammlung des RVR gemäß § 9 Abs. 1 LPlG NRW die Erarbeitung des Regionalplans Ruhr beschlossen.

Ein wesentliches Ziel des Regionalplans Ruhr besteht darin, für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Metropole Ruhr ein am Bedarf orientiertes Angebot an Gewerbe- und Industrieflächen in allen Teilräumen zu sichern. Analysen haben ergeben, dass entsprechende Flächen mittelfristig kaum noch zur Verfügung stehen (vgl. Sachlicher Teilplan Regionale Kooperationsstandorte zum Regionalplan Ruhr, S. 10).

Bei den Gewerbereserven haben im Vergleich insbesondere Flächenreserven über 5 ha deutlich abgenommen. Mit dem Wissen um die Knappheit entsprechend geeigneter Standorte soll mit dem vorgezogenen Sachlichen Teilplan Regionale Kooperationsstandorte für flächenintensive Ansiedlungsvorhaben mit einem Grundstücksbedarf ab 5 ha entsprechende Flächenvorsorge für die Gesamtregion getroffen werden.

Insgesamt wurde für die nächsten 20 Jahre ein maximaler Bruttobedarfsrahmen von 1.290 ha entsprechender Gewerbeflächen ermittelt. Im Gebiet des RVR wurden insgesamt 24 voruntersuchte Standorte planerisch festgelegt, die diesen Bedarf der nächsten Jahre decken sollen. Diese Standorte werden Regionale Kooperationsstandorte genannt.

Zu beachten ist dabei, dass sich die Summe der ausgewiesenen Fläche im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bewegt, die bis 2050 den Flächenverbrauch in Deutschland bis auf null Quadratmeter anstrebt (vgl. Seite 102, 11.1.a und Seite 270f. (https://www.bundesregierung.de/resource/blob/998194/1875176/3d3b15cd92d0261e7a0bcdc8f43b7839/deutsche-nachhaltigkeitsstrategie-2021-langfassung-download-bpa-data.pdf).

Gab es bereits eine Voruntersuchung des Regionalen Kooperationsstandortes in Werne?

Das Gebiet des neuen Gewerbestandorts wurde in mehrfacher Hinsicht voruntersucht.
Zum einen hat die Stadt Werne eine Flächenidentifizierung für ein mögliches Gewerbegebiet innerhalb des Stadtgebiets durchgeführt. Hier wurden bereits viele Flächen ausgeschlossen, weil sie
- eine zu hohe Bedeutung für die Umwelt haben,
- nicht an den vorhandenen Siedlungsbereich angeschlossen sind oder
- einfach aus Lärm-, Verkehrs- oder Bodenverhältnisgründen nicht vernünftig zu entwickeln sind.

Die anschließend an den RVR vorgeschlagene Fläche stellt seitens der Verwaltung die einzig mögliche Fläche für einen Regionalen Kooperationsstandort in Werne dar. Zudem ist der Standort durch die Autobahnzufahrt, die Herberner Straße, die Hochspannungsleitung, die weitere Freileitung und einzelne gewerbliche und intensiv landwirtschaftliche Nutzung vorgeprägt.

Der RVR hat anschließend mit Blick auf die besonderen Belange der Umwelt die relevanten Umweltinformationen frühzeitig in die Entscheidung einbezogen und für alle Kooperationsstandorte eine Umweltprüfung erarbeitet. Alle voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen wurden hier bereits dokumentiert.
(vgl. Seite 245ff. Umweltbericht zum Sachlichen Teilplan Kooperationsstandorte des RVR (https://www.rvr.ruhr/fileadmin/user_upload/01_RVR_Home/02_Themen/Regionalplanung_Entwicklung/Kooperationsstandorte/Anlage_5_Umweltbericht.pdf).

Das Ergebnis für den Gewerbepark Nordlippestraße-Nord in Werne: In den Bereichen „Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt“, „Boden“, „Wasser“ und „Landschaft“ ist bei einer Entwicklung mit keinen erheblichen Umweltauswirkungen zu rechnen.

In dem Bereich „Luft/Klima“ ist mit erheblichen Umweltauswirkungen zu rechnen, da das Gebiet klimahygienische Ausgleichsräume beinhaltet. Diese Auswirkung gilt es im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung besonders zu beobachten und einen angemessenen Ausgleich zu schaffen.

Ohnehin werden während der Phase der Bauleitplanung weitere konkrete Gutachten beispielsweise zu den Themenfeldern Artenschutz und Immissionsschutz erstellt. Die Bauleitplanung stellt einen Abwägungsprozess dar, der darüber entscheidet, ob ein neuer Gewerbepark möglich ist oder nicht. Das heißt, dass auf Basis dieser Gutachten die Erschließung des Gewerbeparks scheitern kann oder ökologische Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Was ist ein Gewerbegebiet, was ein GIB, ein GI oder ein GE?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird als Gewerbegebiet ein Gebiet bezeichnet, in dem gewerblich-industrielle Nutzungen zugelassen sind.

Auf Ebene der Regionalplanung (übergeordnete Planung) wird für alle gewerblichen und industriellen Bereiche die Bezeichnung „GIB“ verwendet.

Auf Ebene der Flächennutzungsplanung (kommunale Planung für das gesamte Gemeindegebiet) wird für alle gewerblichen und industriellen Bereiche die Bezeichnung „Gewerbliche Bauflächen“ verwendet (BauNVO § 1 (1)3).

Auf Ebene des Bebauungsplans (kommunale Planung für einzelne Teile des Gemeindegebietes) wird zwischen Gewerbegebieten und Industriegebieten unterschieden. Für Gewerbegebiete wird die Bezeichnung „GE“, für Industriegebiete die Bezeichnung „GI“ verwendet (BauNVO § 8 und § 9). Dabei dienen Gewerbegebiete vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben, während Industriegebiete ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben dienen, und zwar vorwiegend solcher Betriebe, die in anderen Baugebieten unzulässig sind.

Aufgrund der Vermischung des Begriffs Gewerbegebiet im allgemeinen Sprachgebrauch und der baurechtlichen Unterscheidung in GE und GI kommt es in der Kommunikation gelegentlich zu Missverständnissen. In Werne wird bspw. auch der bestehende Nordlippepark als Gewerbegebiet bezeichnet, auch wenn dort sowohl GE- als auch GI-Gebiete vorzufinden sind.

Da die baurechtliche Einordnung erst später im Bauleitplanverfahren festgelegt werden kann, wird zukünftig der allgemeine Begriff Gewerbepark für den Regionalen Kooperationsstandort verwendet.

Welche Nutzungsform ist geplant?

Der Gewerbepark wird für arbeitskraftintensive Betriebe geplant, die z. B. im Drei-Schicht-System arbeiten. Ein solcher Betrieb ist nur in einem Industriegebiet (GI) erlaubt. Der RVR sieht für Kooperationsstandorte mit flächenintensiven Ansiedlungen ebenfalls die Nutzungsform GI vor. Auch die Stadt Werne plant ein GI-Gebiet. Ob dieses umgesetzt werden kann, ist Bestandteil des späteren Bauleitplanverfahrens. So könnten bspw. aufgrund von Abstandsflächen Teile des Kooperationsstandortes auch als GE-Flächen ausgewiesen werden.

Welche Anforderungen stellt der RVR konkret an die Bauleitplanung?

Der RVR stellt lediglich die Vorgabe von betrieblichen Ansiedlungen mit einer Mindestgröße von 5 ha. Keine Vorgaben oder Mitspracherechte existieren z. B. bei der späteren Auswahl der Betriebe.

Kann die Fläche nördlich des Autobahnzubringers ohne die Fläche südlich gelegene entwickelt werden?

Ja. Gemäß politischem Beschluss wird lediglich die nördliche Fläche entwickelt. Der südliche Bereich ist nicht Bestandteil der Planänderungsverfahren.

Wie sehen die nächsten Planungsschritte aus?

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 18 C und der Einleitungsbeschluss zur 49. Änderung des Flächennutzungsplans wurden am 09.03.2021 in der öffentlichen Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung der Stadt Werne gefasst.

Vor dem weiteren Einstieg in die Bauleitplanverfahren werden zunächst die Grundlagen erarbeitet. Hierzu wird auch eine Rahmenplanung für das Gesamtgebiet mit hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit und ressourcenschonenden Maßnahmen in Auftrag gegeben werden. Da die Planung dieses Gewerbestandortes für die Stadt Werne und die Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung ist, wird ein begleitender Moderationsprozess zur Einbindung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger erfolgen.

Der RVR hat treffend formuliert, dass sich die Metropole Ruhr durch eine hohe Bevölkerungsdichte und einen hohen Anteil für Siedlungszwecke genutzter Fläche auszeichnet. Hieraus abgeleitet ergibt sich ein besonderer Nutzungsdruck auf das nicht vermehrbare Gut Fläche. Auf engstem Raum sollen ökologische, ökonomische und soziale Funktionen erfüllt werden. Jede Neuinanspruchnahme – egal welcher Nutzung – steht in starker Konkurrenz zu anderen Flächenansprüchen.

Genau aus diesem Grund übernimmt der RVR die Regionalplanung, um Flächen behutsam zu planen und keinen überdimensionierten „Flächenfraß“ zuzulassen. Die Entscheidung der Flächenausweisung von Regionalen Kooperationsstandorten erfolgte daher auf Basis nachvollziehbarer Fakten.

Werne wurden für die zukünftige Entwicklung der regionalen Wirtschaft zwei Regionale Kooperationsstandorte zugewiesen. Zum einen die Fläche des Gersteinwerks. Diese wird allerdings kurzfristig nicht zur Verfügung stehen, da sie derzeit weiterhin als Energieerzeugerstandort genutzt wird. Zum anderen die Fläche an der Nordlippestraße.

Wieviel Gewerbe- und Industriefläche gibt es in Werne?

Werne hat eine Gesamtfläche von 7.614 ha. 806 ha davon werden als Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche genutzt. Dies entspricht einem Anteil von 10,6 %. Davon werden ca. 290 ha als Industrie- und Gewerbefläche genutzt, dies sind 3,8 % der Gesamtfläche Wernes (Berechnungen der Verwaltung der Stadt Werne).

Wie steht Werne im Vergleich zu anderen Kommunen, im Kreis oder landesweit da?

Werne ist im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kreis Unna eher ländlich geprägt. 10,6% der Flächen gelten als Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche. Nur Selm hat mit 9,3% weniger bebaute Flächen. Im Vergleich dazu hat Unna 15,1%, während der Spitzenreiter Lünen bei 26,2% liegt. Der Kreisdurchschnitt beträgt 15,8%.

Innerstädtische Geschäftsflächen

Mit dem geplanten Regionalen Kooperationsstandort kämen max. 31 ha neue Gewerbe- und Industriefläche hinzu. Dies entspräche dann ca. 11% Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche. Damit wäre Werne im Kreis Unna immer noch die Gemeinde mit der zweitniedrigsten Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche.

Innerstädtische Geschäftsflächen

Ein Vergleich von Gewerbegebietsflächen stellt sich gleichwohl schwieriger dar, da diese Daten häufig nicht genau erfasst sind oder zeitlich in der Erfassung voneinander abweichen. Wir haben daher als Vergleich die durch den Landesbetrieb Information und Technik (it.nrw) durchgeführte Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung (ALKIS) angewandt.
Die Stadt Werne kommt bei dieser Erhebung auf eine Flächenauslastung von 326 ha Industrie- und Gewerbefläche. Dies ist mehr als bei der eignen Erhebung, da auch bspw. Brach- und Haldenflächen erfasst werden. Diese Fläche entspricht einer Auslastung von 4,28%, gemessen an der Gesamtfläche Wernes. Im Kreis Unna liegen die Vergleichswerte bei 1,77% in Selm auf bis zu 8,97% in Lünen. Im Kreisdurchschnitt liegt der Wert bei 5,10%. Rechnet man nun die 31 ha neue Gewerbe- und Industriefläche hinzu, so würde sich der Wert in Werne auf 4,67% erhöhen. Werne wäre damit auf dem drittletzten Platz. Zum Vergleich, die Gewerbegebietsauslastung in der Metropole Ruhr liegt mit diesem Verfahren bei 6,30%.

Innerstädtische Geschäftsflächen
Die Beteiligung an Planungsprozessen von Bürgerinnen und Bürgern erfolgt zum einen über die gewählten Vertreter und im weiteren Verlauf über das Bauleitplanverfahren. Im Fall des neu geplanten Gewerbeparks hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die die weitere Planung des Gewerbeparks verhindern möchte. Dazu wurde ein Bürgerbegehren angestoßen.

Wir möchten an dieser Stelle über den laufenden Prozess berichten und aufzeigen, wie eine weitere Bürgerbeteiligung im weiteren Prozess der Bauleitplanung erfolgen könnte.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid: Wie geht es weiter?

Insgesamt wurden beim Bürgerbegehren 5.486 Unterschriften gegen die Planung des Gewerbeparks Nordlippestraße eingebracht. In seiner Sitzung am 29. September 2021 hat der Rat der Stadt Werne entscheiden, dass er dem Begehren nicht folgt. Daher kommt es nun zum Bürgerentscheid, der am 12. Dezember 2021 stattfinden wird.

Damit der Bürgerentscheid anerkennungsfähig ist, werden 20% der Stimmen der wahlberechtigten Bürger aus Werne benötigt. Wenn diese Wahlbeteiligung erreicht wird, entscheidet die einfache Mehrheit.

Wichtig ist: Der Bürgerentscheid entscheidet nicht automatisch darüber, ob der Gewerbepark kommt, sondern ob dieser weiter geplant werden soll. Falls sich die Wählerinnen und Wähler für eine Fortsetzung entscheiden, können in der weiteren Phase der Bauleitplanung Gründe auftreten, die gegen den Gewerbepark sprechen.

Denn die Bauleitplanung ist ein durch Gutachten, Untersuchungen und Beteiligungen begleiteter Abwägungsprozess mit dem Ziel, eine bestmögliche Entscheidung herbeizuführen.

Wie sieht der Beteiligungsprozess aus, falls die Bauleitplanung fortgesetzt wird?

Während der Bauleitplanungsphase gibt es rechtliche Bestimmungen, wie der Beteiligungsprozess zu gestalten ist. § 3 Baugesetzbuch (BauGB) regelt die Bürgerbeteiligung an der Bauleitplanung. Die Bürgerbeteiligung erfolgt in zwei Phasen. Zum einen durch die frühzeitige Bürgerbeteiligung, die gleichzeitig mit der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TöB) stattfindet. Auf Grundlage der mit den verschiedenen Organisationen und den Bürgerinnen und Bürgern geführten Diskussionen wird dann der Bebauungsplanentwurf gefertigt. Mit der förmlichen Beteiligung und öffentlichen Auslegung der Pläne, die einen Monat dauert, beginnt die zweite Phase der Beteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger haben jetzt noch einmal Gelegenheit, Stellungnahmen zu den Planungsinhalten vorzubringen, über die abschließend der Stadtrat entscheidet.

Da mit dem Kooperationsstandort im Rahmen eines nachhaltigen Gewerbegebietes neue Wege beschritten werden, wird Bürgerbeteiligung über das rechtlich geforderte Maß ermöglicht. So sollen in den Planungsprozess frühzeitig Bürgerinnen und Bürger sowie sachkundige Personen in die weitere Ausgestaltung eines nachhaltigen Gewerbeparks stärker eingebunden werden.
Im Zuge der Planung des Gewerbeparks ist das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit ein zentrales Diskussionsthema. Daher erreichen auch viele Fragen zu diesem Thema die Wirtschaftsförderung.

Was tut die Stadt für ein nachhaltiges Werne?

Bei allen Planungen und Vorhaben, die durch die Stadt durchgeführt oder begleitet werden, spielen Themen des Klimaschutzes bzw. der Klimaanpassung eine wichtige Rolle.

Flächenversiegelung, Rückbau von Bäumen und Pflanzen oder Überplanung von Freiraum finden ausschließlich nach intensiver Betrachtung und sensibler Abwägung statt. Neben der Verwaltung sind bei diesen Prozessen häufig z.B. partizipierende Bürgerinnen und Bürger, Vereine oder Fraktionen aus Werne beteiligt. In den verschiedensten Ausschüssen der Stadt entscheiden gewählte oder sachkundige Bürger über die gewählten Maßnahmen mit. Begleitet wird dieser Prozess häufig zusätzlich durch Gutachten, um größtmögliche Transparenz zu schaffen.

In den letzten Jahren hat die Stadt diverse Projekte für den Umweltschutz umgesetzt. Eine Auswahl an Maßnahmen:

  • Bereits seit 2007 existiert der Bürgerwald im Westen der Stadt, in dem Bürger Hainbuchen, Feldahorn und
    Sommerlinden anpflanzen können.
  • Viele laufende Stadtentwicklungsplanungen befassen sich damit, Werne grüner und umweltfreundlicher zu gestalten. So ist z.B. das auf einen längeren Zeitraum angelegte Projekt „Werne neu verknüpft“ u.a. darauf ausgerichtet, die Horne zu renaturieren und wieder natürlicher zu gestalten. Weitere Projektbausteine des Regionale-Projekts sind Energie, Verkehr und Städtebau, in denen u.a. Nahwärmenetze aufgebaut, Nutzungsvorteile für Radfahrer ausgebaut und grüne Stadtplätze entstehen werden. Hier finden Sie dazu weitere Informationen. 
  • Bauliche Maßnahmen haben bereits stattgefunden, wie: Sanierung von städtischen Beleuchtungen,
    Energieeffizienzmaßnahmen (Dachsanierung AFG, Wärmedämmung Kardinal-von-Galen-Schule) und
    Ökostrombezug seit 2019 in städtischen Liegenschaften, Nutzung von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden und
    weitere.
  • Fördermaßnahmen, Veranstaltungen und Info-Materialien zu Themen wie „Grüne Gestaltung von Vorgärten“, „Junges Leben in alten Häusern“ oder zu Photovoltaik werden angeboten.

Diese beispielhaft aufgelisteten Maßnahmen werden zukünftig durch die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes, das im Dezember 2021 beschlossen werden soll, entscheidend erweitert. Projekte aus allen Bereichen in Werne werden hier mit Beteiligung vieler Akteure angestoßen. Informationen zum Klimaschutzkonzept finden Sie in dieser Präsentation des Klimaschutzmanagements oder direkt beim Klimaschutzmanager.

Wie wird im Planungsprozess Rücksicht auf das Thema Ökologie genommen?

Der neue Gewerbepark soll mit einer stark nachhaltigen Ausrichtung geplant werden. Aus diesem Grund verändert sich der Planungsprozess grundlegend und ist nicht mit der Entwicklung von Gewerbegebieten in der Vergangenheit vergleichbar. Bereits in der Vorplanungsphase finden ökologische sowie ökonomische Belange eine gleichwertige Berücksichtigung. Beispielsweise sollen bereits in der Rahmenplanung die vorhandene Ökologie, Topografie, Gewässerstruktur, Frischluftschneisen, das Landschaftsbild und weitere Aspekte untersucht werden, um sie so mit in die Planung einzubeziehen.

Viele Instrumente aus dem bereits im letzten Jahr erarbeiteten Maßnahmenkatalog „Nachhaltige Gewerbegebiete“ der WFG Kreis Unna könnten Berücksichtigung finden.

Ebenerdige Stellplatzflächen für PKWs sollen aufgrund ihres intensiven Flächenverbrauchs möglichst vermieden oder ökologisch durch Flächenentsieglung oder gleichzeitige Nutzung mit Photovoltaik gestaltet werden. Insbesondere Themen zur Reduzierung von Treibhausgasen, Maßnahmen zur Klimaanpassung aber auch soziale Aspekte spielen in der Planungsphase eine wichtige Rolle.

Es gibt bereits viele Best-practice-Beispiele von nachhaltigen Gewerbegebieten aus ganz Deutschland. Diese können als Grundlage für den neuen Gewerbepark genutzt werden.

Auch bei der Auswahl und Ansiedlung von Unternehmen wird eine große Gewichtung darauf gelegt, wie sich die Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz präsentieren. Über die Grundstückskaufverträge ist dann eine Durchsetzung von Forderungen für einzelne klimaschutztechnische Maßnahmen (z. B. Anschluss an ein mögliches Nahwärmenetz aus erneuerbaren Energien, möglichst hohe Nutzung von Photovoltaik und Dachbegrünung, Vorschrift von Versickerungsanlagen auf eigener Fläche, uvm.) erreichbar.

Nach Möglichkeit werden viele Vorgaben zum Klimaschutz im Bebauungsplan bereits eingetragen, um auch bei Nachnutzungen den ökologischen Anspruch zu gewährleisten.

Was sind Ausgleichsflächen?

Mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden Eingriffe in die Landschaft kompensiert (§ 1a BauGB). Wenn Bauvorhaben in Deutschland geplant und dabei Natur- und Landschaftsräume beeinträchtigt werden, müssen im Zuge des Bauvorhabens Kompensationsmaßnahmen - entweder mit ähnlicher Funktion in räumlicher Nähe (Ausgleich) oder durch Aufwertung von Flächen anderer Funktion in nicht räumlicher Nähe (Ersatz) - durchgeführt werden.

Im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen erfolgt dies meist durch Aufwertung von Flächen (Ausgleichsflächen) mittels Anpflanzungen und Sicherung der Maßnahme über einen längeren Zeitraum.

Um der Landwirtschaft nicht mehr Fläche als unbedingt nötig zu entziehen, ist es ebenfalls möglich, Ausgleichsflächen ökologisch so deutlich aufzuwerten, dass weniger Fläche in Anspruch genommen werden muss und dafür wichtige Biotope für viele Tier- und Pflanzenarten entstehen können.

Der neue Gewerbepark wird zur Flächenversiegelung beitragen. Auch wenn die notwendigen Maßnahmen für den Gewerbepark Nordlippestraße derzeit noch nicht benannt werden können, da diese erst im Rahmen gutachterlicher Stellungnahmen ermittelt werden, wird hier ein großer Augenmerk darauf liegen..

Beispielhaft die Maßnahmenbilanz der Entwicklung des Gewerbegebiets Wahrbrink-West: Hier wurden nördlich des Gewerbegebietes kleinere Feldgehölze angelegt, um diesen Raum ökologisch aufzuwerten. Des Weiteren wurden Kompensationsmaßnahmen in der Lippeaue eingeleitet. Eingebunden in das Entwicklungskonzept "Rieselfelder Werne" wurde ein ca. 10 ha großer Intensivacker in eine Schwarzbrache umgewandelt, Intensivgrünland in Extensivgrünland verwandelt und ein vorhandener Entwässerungsgraben aufgestaut und aus der Unterhaltungspflege genommen, so dass sich naturnahe Uferhochstaudenfluren entlang des Grabens entwickeln. Auf den zu extensivierenden Grünlandflächen wurden vier Grundwasserblänken angelegt. Diese Maßnahme ist multifunktional auch eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme für den Artenschutz (sog. CEF-Maßnahme) für den Kiebitz, teils auch für die Feldlerche. Zusätzlich wurden ca. 1 Kilometer westlich des Bebauungsplans auf insgesamt drei Teilflächen Kompensationsmaßnahmen angelegt. Auf zwei Ackerflächen wurden die Nutzung extensiviert und Ackerrandstreifen und sog. Lerchenfenster angelegt. Eine intensive Grünlandfläche wurde in Extensivgrünland umgewandelt und auf der Fläche wurde eine Grundwasserblänke angelegt. Neben der Schaffung von extensiv genutzten Strukturen bieten diese Maßnahmen vor allem Ersatzlebensraum für betroffene Offenland-Tierarten. Die Bewirtschaftung der Maßnahmenflächen ist auf eine Förderung von Feldlerche, Rebhuhn, Kiebitz und Baumfalke ausgerichtet.

Was bedeutet eigentlich nachhaltiges Gewerbegebiet?

Ein nachhaltiges Gewerbegebiet kann sowohl bei einer Neuplanung entstehen, als auch aus einem Bestandsgebiet entwickelt werden.

Dabei sind die Gestaltungsmöglichkeiten und die Vielfalt der Instrumente in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Institutionen, Ministerien, Verbände und Planer haben sich des Themas "Nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung" angenommen und in vielen Publikationen und Broschüren dargestellt. Auch sind bereits viele nachhaltige Gewerbegebiete entstanden oder werden gerade geplant. Hier einige Beispiele mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen und Ausprägungen:

Blurado in Radolfzell

Lune Delta in Bremerhaven

FUTURE SITE InWEST in Geilenkirchen

Klimaschutz wird daher vielerorts als selbstverständliche Aufgabe verstanden, ohne die eine Neuentwicklung eines Gewerbegebiets nicht funktionieren kann.

Wie kann die Stadt ein nachhaltiges Gewerbegebiet steuern?

Gestaltungs- und Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen sind vor allem über drei Ebenen möglich:

  1. Bauleitplanung
  2. Grundstückskaufverträge
  3. Mehrwert für die Unternehmen durch spezifische Angebote und Beratung

Verschiedene Oberthemen sind hier denkbar. Ausgerichtet werden kann ein nachhaltiges Gewerbegebiet z. B. auf die Merkmale der „Zertifizierung für ein nachhaltiges Gewerbegebiet nach der DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“:

  • Anpassung an den Klimawandel sowie Förderung der allgemeinen Biodiversität
  • Schaffung von Synergien zwischen den Unternehmen (gemeinsame Einrichtungen und Angebote)
  • Maximale Nutzung und Erzeugung erneuerbarer Energien im Gebiet
  • Etablierung von Energie- und Stoffkreisläufen auf Quartiersebene (Circular Economy)
  • Nachhaltige Mobilitätsangebote
  • Ressourcen- und Kosteneinsparung durch den Einsatz von technischen Systemen (Smart Infrastructure)
  • Beitrag zum Klimaschutz durch Reduzierung der Klimagase über den gesamten Lebenszyklus
  • Hohe Flexibilität der Baufelder, Gebäude und Freiräume
  • Hohe nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit
  • Steigerung der Standortattraktivität für Unternehmen der Green Economy
  • Hohe Aufenthaltsqualität für Mitarbeiter und Besucher

(vgl. https://www.dgnb-system.de/de/quartiere/gewerbegebiete/index.php)

Die Aufteilung konkreter Maßnahmen in die drei Ebenen - also welche Vorgabe und welches Angebot ist an welcher Stelle umsetzbar - sollen in einem transparenten Prozess mit der Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaftsverbänden und Verwaltung während der Rahmenplanungsphase festgelegt werden.

Warum ist ein nachhaltiges Gewerbegebiet in Werne sinnvoll?

Unsere bestehenden Gewerbegebiete sind seit den 1970er Jahren zum Großteil als klassische Produktions- und Handelsareale ohne besondere städtebauliche Anforderungen entstanden.

Durch den menschengemachten Klimawandel besteht akuter Handlungsbedarf, dass zukünftige Gewerbegebiete eine möglichst klimaneutrale Bilanz aufweisen. Ökonomie und Ökologie dürfen sich dabei nicht ausschließen, sondern müssen sich ergänzen. Der Gewerbepark wäre der Auftakt für ein neues Verständnis für eine Nutzung von Gewerbegebieten.

Mit der regionalplanerischen Zulässigkeit eines Kooperationsstandorts in Werne sind die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Gewerbegebiet ab sofort sehr gut. Die Möglichkeit eines modernen, richtungsweisenden Gewerbe- und Industriestandorts mit attraktiven Unternehmen und einem beträchtlichen Mehrwert für die Stadt Werne ist gegeben.

Wie die Anfrage der Bäckerei Büsch unterstreicht auch die hohe Anzahl der Flächenanfragen durch Unternehmen die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Werne. Eine Vermarktung der Flächen an verantwortungsvolle und klimabewusste Firmen wird daher als gut umsetzbar eingeschätzt.

Vielerorts entstehen zurzeit moderne, zukunftsorientierte Gewerbegebiete. Werne bietet sich jetzt die Chance, in der Region eine Vorreiterrolle einzunehmen und einen positiven Imagegewinn zu erreichen, der sich über wirtschaftliche Kreise hinaus in der Bevölkerung der Region wiederfinden wird.

Wie war die wirtschaftliche Entwicklung Wernes?

In den letzten 10 Jahren war die wirtschaftliche Entwicklung in Werne sehr gut. Einige Eckdaten hierzu:

  • Die Arbeitslosigkeit ist von 7,4 % (2010) auf 5,3 % (2020) gesunken (vgl. https://www.regionalstatistik.de).
  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist von 7.645 (2010) auf 11.185 (2020) gestiegen (vgl. https://www.regionalstatistik.de).
  • Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich von 2011 bis 2020 etwas mehr als verdoppelt.
  • Viele Firmen aus Werne sind aufgrund positiven Geschäftsverlaufs gewachsen und konnten sich auch notwendigerweise räumlich erweitern.
  • Einige attraktive Unternehmen von außerhalb haben sich in Werne angesiedelt, neue Arbeitsplätze geschaffen und generieren nun Steuereinnahmen.

Welchen Nutzen hat ein Regionaler Kooperationsstandort für Werne?

Deutschland steht an einem Wendepunkt. Im Rahmen des Klimaschutzplanes hat man sich entschieden, den Flächenverbrauch in Deutschland einzustellen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll in Deutschland keine neue Fläche, weder für ein neues Eigenheim, für Straßen oder auch Gewerbeansiedlungen, verbraucht werden. Entwicklung soll spätestens dann über eine Flächenkreislaufwirtschaft erfolgen.

Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren der Flächenverbrauch sukzessive verringert wird. Ein Regionalplan stellt die Planungen und Entwicklungen der kommenden 20 Jahre fest. Daraus ist abzuleiten, dass mit dem Regionalen Kooperationsstandort mit die letzten großen regionalen Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Geringe zusätzliche Flächen sind nur noch durch lokale Bedarfe zu erwarten.

Mit einem Stopp der weiteren Planungen des Kooperationsstandortes raubt man der Stadt eine entscheidende Möglichkeit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Die Ansiedlung von interessanten Unternehmen von außerhalb wird damit ebenfalls unterbunden, wie die Möglichkeit von Erweiterungen für heimische Unternehmen. Die derzeitigen Anfragen der Wirtschaftsförderung bestätigen diese Bedarfe bereits. Damit steigt das Risiko für Werne, dass lokale Unternehmen ihren Standort verlagern müssen. Mit diesem Standort bleibt Werne ein Ort für Unternehmenserweiterungen.

Auch wenn die beschriebene wirtschaftliche Entwicklung Wernes der vergangenen Jahre sehr gut war, so steht auch Werne in Konkurrenz zu anderen Standorten. Ohne Entwicklung wird Werne die wirtschaftlichen Wachstumspotenziale kaum nutzen können. Der wirtschaftliche Wohlstand der Stadt wäre damit für die kommenden Jahre zumindest stark eingeschränkt.

Ein Regionaler Kooperationsstandort strahlt auch in die Region. Während in Werne zurzeit ca. 900 Menschen arbeitslos sind, sieht es im Kreis Unna eher schlechter aus (https://www.regionalstatistik.de/). Zusätzliche Arbeitsstellen im Gewerbegebiet in erreichbarer Entfernung würden also nicht nur neue Gehälter und Kaufkraft generieren, sondern auch die Sozialkassen des Kreises und des Umlandes wesentlich entlasten.

Neben neuen Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet entstehen auch neue Ausbildungsplätze. Insbesondere die heranwachsende Generation würde von diesen Angeboten profitieren.

Ein weiterer direkter Nutzen wären Gewerbesteuereinnahmen, mit denen soziale, kulturelle und infrastrukturelle Projekte finanziert werden.

Der Regionale Kooperationsstandort wäre daher in erster Linie in der sehr wichtigen Lage, den Weg der guten wirtschaftlichen Entwicklung von Werne und damit für Ausgaben und Investitionen der Stadt weiterzuführen.

Aber auch ökologisch ist ein neuer Standort zu rechtfertigen. Der Klimawandel findet nicht lokal statt. Mit dem neuen Gewerbepark kann Werne eine Vorreiterrolle für die Entwicklung eines nachhaltigen Gewerbestandortes einnehmen. Und wirtschaftliche Entwicklung kann weiterhin stattfinden. Deutschland hat die Möglichkeit ein Pilot zu sein, um andere Staaten für nachhaltige Gewerbegebiete zu begeistern.

Wer kauft und vermarktet die Grundstücke im geplanten Industriegebiet?

Der Erwerber der Grundstücke wird die Stadt Werne oder eine an die Stadt angelehnte Gesellschaft sein.

Die Vermarktung der Flächen an Unternehmen wird durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Werne oder eine Gesellschaft der Stadt Werne, die zur Entwicklung des Gebiets gegründet wird, durchgeführt.

Wie wird entschieden, welches Unternehmen sich ansiedeln darf?

Der zuständige Haupt- und Finanzausschuss oder der Rat der Stadt Werne wird über die Vergabe der Gewerbegrundstücke entscheiden.

Wie wird die nachhaltige Nutzung, auch bei einer Folgevermarktung, sichergestellt?

Durch den Bebauungsplan können Rahmenbedingungen geschaffen werden, die bestimmte Maßstäbe für eine nachhaltige Nutzung setzen. Diese sind bindend auch für Folgenutzer. Dem Erstnutzer können über Verträge weiteren Auflagen über den Kaufvertrag gestellt werden. Eine weitergehende, privatrechtliche Regelung in alle Zukunft (wie ein Mitspracherecht oder Wiederkaufsrecht für die Stadt), wer die Gewerbegrundstücke nach der ersten Nutzung erwerben darf, ist nicht vorgesehen und nicht umsetzbar.

Gibt es bereits Anfragen zum neuen Gewerbegebiet?

Wie bereits kommuniziert, gibt es eine konkrete Anfrage der Bäckerei Büsch für einen Produktionsstandort. Des Weiteren existieren zwei weitere konkrete Anfragen und weitere Interessenbekundungen. Darunter auch von Firmen aus Werne.

Die Wirtschaftsförderung erhielt in den letzten Jahren im Allgemeinen durchschnittlich 3-4 Anfragen/Jahr, die 5 ha oder mehr Gewerbefläche erwerben wollten. Zu beachten ist hierbei, dass diese Anfragen gestellt wurden, ohne dass solche Flächen zur Verfügung standen und es daher keine Vermarktung für solche Flächen gab.

Wie viele Arbeitsplätze könnten durch den Kooperationsstandort entstehen und wird dadurch ein Zuzug von Einwohnern nach Werne erwartet?

Die Anzahl der zu erwartenden Arbeitsplätze hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es bestehen zudem keine Erfahrungen mit einem nachhaltigen Gewerbestandort. Nach einer sehr vorsichtigen Rechnung seitens der Wirtschaftsförderung ist mit einer Schaffung von mindestens 700 bis 1.100 Arbeitsplätzen zu rechnen. Es wird erwartet, dass ein Teil der geschaffenen Arbeitsplätze durch die vor Ort lebende Bevölkerung belegt und ein geringerer Teil durch Zuzüge abgedeckt wird. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage ist der Standort auch aus umliegenden Kommunen durch kurze Wege gut zu erreichen.

Aus welchen Branchen bekommt die Stadt Anfragen, denen man diese Grundstücke anbieten könnte?

Die Anfragen für flächenintensive Ansiedlungen sind branchenübergreifend.

Die meisten Anfragen kamen von produzierenden Unternehmen wie der Bäckerei Büsch. Stark emittierende Unternehmen waren bislang nicht dabei.

Des Weiteren gab es auch eine Anfrage der Logistikbranche. Dies ist aufgrund der verkehrsgünstigen Lage Wernes nicht verwunderlich. Da es sich um eine Anfrage handelte, die ein klassischer Umschlagplatz mit wenigen Mitarbeitern war, wäre eine solche Ansiedlung unter nachhaltigen Gesichtspunkten ausgeschlossen.

Zusätzlich gibt es auch eine sehr konkrete Anfrage von einem Projektentwickler, der im Auftrag eines Kunden nach einer solchen Fläche gezielt sucht. Diese Anfrage ist eine Kombination aus den Branchen Logistik, Light Industry sowie Dienstleistung. Konzeptionell wird bei dieser Ansiedlung mit 1.000 Arbeitsplätzen gerechnet, davon sollen 300 Arbeitsplätze im Bereich Administration und Vertrieb liegen. Das Konzept sieht ebenfalls eine energieschonende Bauweise vor. Aus diesem Beispiel ist zu erkennen, wie konservativ die Wirtschaftsförderung in Bezug auf die zu erwartenden Arbeitsplätze agiert.

In den letzten Jahren gab es auch zwei Anfragen für die Neuerrichtung eines Büro-/Verwaltungsstandorts mit mehr als 5 ha. Auch ein solcher Ansiedlungswunsch wäre für den Kooperationsstandort eine vorstellbare Vermarktungsmöglichkeit.
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Konrad-Adenauer-Platz 1
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