Maria Schnatmann
Gerne in Werne – 5 Fragen an
Maria Schnatmann | Rentnerin
Frage 1: Sie sind 95 Jahre und damit eine Zeitzeugin des Dritten Reiches.
„Das ist richtig. Ich bin am Roggenmarkt aufgewachsen und in der Reichskristallnacht habe ich als zwölfjähriges Mädchen mitbekommen, wie unsere jüdische Nachbarin aus ihrem Haus gezerrt wurde. Es war eine schreckliche und sehr beängstigende Erfahrung. Ich bin froh, dass ich in einer Demokratie lebe und wir diese dunkle Zeit hinter uns gelassen haben. Dies darf sich nicht wiederholen.“
Frage 2: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Stadtsee?
„Der Stadtsee war Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. Hier habe ich meine Jugend verbracht. Nach dem Krieg gab es nicht viele Orte für uns Jugendliche, daher hat man sich sonntags hier getroffen und im Winter wurde hier Schlitten gefahren. Am Stadtsee habe ich mich verlobt“
Frage 3: Was verbinden Sie mit Werne?
„Hier bin ich geboren und hier werde ich sterben. Ich bin viel gereist und war auch schon in Sibirien. Aber in Werne ist es am schönsten. Werne bleibt Werne.“
Frage 4: Was macht man so als Rentnerin in Werne?
„Ich treffe mich fast täglich zum Kaffeetrinken mit meinen Freundinnen. Das ist unser Highlight. Außerdem habe ich 13 Urenkel, 7 Enkel und 5 Söhne, von dem leider einer bereits verstorben ist. Ich bin deswegen auf so vielen Geburtstagen eingeladen, dass ich mich nicht langweilen muss.“
Frage 5: Wissen Sie wie häufig auf den SimJü waren?
„Nein, eine genaue Zahl kenne ich nicht. Aber es kann Steine regnen, SimJü gehört einfach zu Werne. Einmal musste die SimJü wegen eines Sturmes schließen. Ich war trotzdem vor Ort. Ein Wermutstropfen habe ich. Ich habe noch nie auf der SimJü gewonnen. Daher kaufe ich keine Lose mehr.“
- Christiane Maria Fahle
- Dr. Katharina Denaro
- Dr. Linn Temmann